Joachim Lotz kritisiert die mangelhafte Umsetzung seiner Vorschläge zur Umgestaltung der Uelzener Innenstadt

Citymanager Lotz rechnet mit der Stadt Uelzen ab

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Der Wasserlauf in der Fußgängerzone sollte anfangs länger sein. Um Fördermittel zu erhalten, hatte die Stadtverwaltung umgeplant – zur Enttäuschung des Citymanagers Joachim Lotz.

dib Uelzen. Mit der Stadtverwaltung hat Uelzens Citymanager Joachim Lotz abgerechnet.

Während bei der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Stadtentwicklung und Tourismus die Politiker erwarteten, dass er unter dem Stichwort „Impulsvortrag“ über seine Tätigkeit berichtete, trug Lotz ein Beispiel für mangelnde Kooperation nach dem anderen vor.

Es bestehe „der Eindruck, dass im Rathaus die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut“, sagte er. Immer wieder weise er auf Probleme hin, Anregungen würden jedoch nicht umgesetzt. So könne die Stützmauer der Bahnunterführung ansprechender gestaltet werden, Aushängekästen für Veranstaltungsankündigungen seien besprüht und beklebt und vom Handelsverein gekaufte Stauden für die alten Blumenkübel an den Marktstraßen seien kompostiert worden, anstatt sie zum Beispiel an der Bahnhofstraße einzusetzen, kritisierte Lotz. Zudem habe die Stadt die Ergebnisse der Arbeitsgruppe zur Umgestaltung der Fußgängerzone nicht berücksichtigt, sagte er.

Er sehe es als seine Aufgabe an, Unzulänglichkeiten anzusprechen, erläuterte der Citymanager. Und dazu gehört für ihn auch: „Meiner Meinung nach sollte die Politik eine Verwaltung steuern, nicht die Verwaltung die Politik wie beispielsweise bei der Farbgestaltung des Alten Rathauses.“

Joachim Lotz

Auf irritierte Nachfrage von Ausschussmitgliedern erläuterte Lotz, dass das Citymanagement dafür zuständig sei, dass die Abläufe zwischen Bevölkerung, Stadt und Handel funktionieren. Ob es dann nicht seine Aufgabe sei, einen Teil der genannten Mängel in der Innenstadt zu beheben, wollten unter anderem CDU-Ratsherr Dieter Schwutke und dessen SPD-Kollege Uwe Holst wissen. „Gemeldet werden die Mängel“, bestätigte die Leiterin der Touristinformation, Anke Steffen, „aber wir schaffen es nicht, die Vorschläge umzusetzen.“ Schwutke und Holst regten an, einen Mitarbeiter im Rathaus für diese Aufgabe zu benennen. Bürgermeister Jürgen Markwardt räumte ein, dass geprüft werden müsse, welche Prozesse nicht funktionieren. Zugleich müsse man sich „über die Rolle des Citymanagers Gedanken machen und schauen, wo sind die Aufgaben eines Citymanagers“, sagte er.

Zu einer Berichterstattung über seine Tätigkeit gegenüber dem Ausschuss sei er jedenfalls nicht verpflichtet, betonte Lotz. Wenn es ein Thema gebe, könne er auf den Ausschuss zukommen.

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