Richard-Fabian Lenz ist neuer Heidebock

Westerweyhe: Christine, Königin der Heid

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Das neue Damen-Trio: Heidekönigin Christine Tatarin (mitte) und die erste Hofdame Sophie-Cardin Groß (li) samt der zweiten Hofdame Tracy Thiene (re), die letztes Jahr auch schon Hofdame war

Uelzen-Westerweyhe. Christine Tatarin hat die Wahl zur Heidekönigin gewonnen. Mit ihren beiden Hofdamen Sophie-Cardin Groß und Tracy Thiene hat sie Sonntag schon ihre erste Pflichtfahrt absolviert.

Die Heideböcke v.l.: Reservebock Marko Lietz, Heidebock 2015 Richard-Fabian Lenz und Reservebock Jens Menke.

Um kurz nach 13 Uhr– also fast pünktlich – startete der Festumzug durch die Straßen von Westerweyhe mit über 20 Gruppen. Vorneweg die Pony-Kutsche des Reit- und Fahrverein Westerweyhe mit dem Prinzenpaar Jette Rosenau und Henrik Pallas, direkt dahinter das flotte Cabriolet mit der Königin und ihren Hofdamen. Den Schluss bildete der Wagen der Westerweyher Heideböcke. Viele Vereine und Gruppen hatten sich auf den großen Tag vorbereitet. Das schönste am Umzug war für sie immer die Planung und Vorbereitung der Festwagen, erzählen die älteren Einwohner, die sich am Straßenrand und in ihren Vorgärten mit Stühlen und Proviant auf das Vorbeiziehen der Wagen vorbereitet hatten.

Das Kinderprinzenpaar Jette Rosenau und Henrik Pallas hinten auf der Pferdekutsche des Reit- und Fahrvereins Westerweyhe.

Die Landfrauen verbreiteten als Varieté-Tänzerinnen in ihren dunklen Anzügen im 50er-Jahre-Stil fröhliche Stimmung. Die Köche auf dem Wagen der „Küchenschlacht“ waren bemüht, trotz ihrer großen Anzahl, „den Brei nicht zu verderben“. Auch die Grundschule und der Kindergarten waren wieder mit bunten Wagen vertreten. Dabei waren die Kinder froh, dass sie nicht die ganze Runde zu Fuß laufen mussten. Und so schafften es die Akteure ihren Umzug so zwischen den Regenschauern zu platzieren, dass die Schirme alle trocken bleiben konnten.

In einem langen Umzug schlängelten sich Vereine und Institutionen durch den Ort.

Letztes Jahr noch Reserve Bock 2014 und in diesem Jahr Heidebock 2015 im „Club der Heideböcke Westerweyhe“ – Richard-Fabian Lenz hat sich seinen Platz bei der Wahl der Heideböcke „hart“ erkämpfen müssen. Unter den vielen Aufgaben, die die sieben Kandidaten zu lösen hatten, wie Luft-Gitarre spielen und tanzen, beschreibt Lenz die wohl schwierigste Prüfung des Abends: „Wir mussten uns weibliche Popos einprägen und diese dann tastend wieder erkennen.“ Wer nun glaubt, dass sich hier die Damen des Heideortes zur Verfügung gestellt hätten, irrt. Denn die Männer tasteten sich an verschiedenen Gegenständen vorbei bis hin zu dem Hinterteil eines Altbocks, der zur Verwirrung aller eine Nylonstrumpfhose über den Allerwertesten gezogen hatte. „Mitmachen ist eine Frage der Ehre und der Tradition“, sagt Lenz aber der Spaß, den die Böcke bis zum frühen Morgen hatten „unvergessen“.

Traditionell endet die Nacht schon seit 35 Jahren beim „Eierbacken“ in der Küche des neuen Heidebockes, wo der diesjährige Heidebock Lenz dann gegen halb fünf Morgens den letzten Bock, Clubpräsident Jörg Engel aus der Tür schob, bevor er selbst wie ein Stein ins Bett fiel.

Von Angelika Jansen

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