Die Chöre sind verstummt

Ohne ihre Leiterin Ute Bautsch-Ludolfs wollen die Mädchen und Jungen des Bevenser Kinderkirchenchors nicht mehr singen.

Bad Bevensen - Von Ines Bräutigam. Ohne ihre Leiterin Ute Bautsch-Ludolfs will die Mehrheit von Kirchen- und Kinderchor in Bad Bevensen nicht weitersingen. „Derzeit gibt es keine kirchenmusikalische Arbeit“, fasst Hans-Peter Hellmanzik von der Sprechergruppe Kirchenchor auf AZ-Nachfrage zusammen. „Die Sprechergruppe hält daran fest, Frau Bautsch-Ludolfs als Kirchenmusikerin zu behalten.“ Wie berichtet, hatte der Kirchenvorstand beschlossen, sich wegen anhaltender Querelen von ihr zu trennen. Sie ist zurzeit vom Dienst frei gestellt.

Am 10. August hatte es ein Gespräch zwischen Mitgliedern des Kirchenvorstandes und der Sprechergruppe gegeben, in dem Hellmanzik und seine Mitstreiter verdeutlicht haben, dass man bedauere, dass es keine professionelle Konfliktbereinigung für das zerrüttete Verhältnis gegeben habe. Die Sprechergruppe betonte, dass wohl 80 Prozent der Chormitglieder ohne Ute Bautsch-Ludolfs nicht mehr singen wollen und schlug dem Kirchenvorstand vor, seine Entscheidung über die Trennung von der Kantorin noch einmal zu überdenken.

In einem Schreiben an den Kirchenvorstand gaben außerdem die Mädchen und Jungen des Kinderchors ihrer Enttäuschung Ausdruck darüber, „dass es offensichtlich unseren Chor jetzt nicht mehr gibt, jedenfalls finden ja weder Proben noch Auftritte statt. Und dass Ute nun nicht mehr mit uns arbeiten soll, ist für uns sowieso total unverständlich.“ Die Mitglieder des Kinderchors seien lediglich von einem Kirchenvorstandsmitglied informiert worden, dass vorerst Proben und Auftritte ausfielen und keiner wisse, wie es weiter gehe. Per Telefonkette sollte man diese Information untereinander weitergeben. „Sind wir nicht auch Mitglieder dieser Gemeinde“, fragen sie, „wo bleibt unser Recht zu sagen: Ute ist für uns der Chor!“

Am Montag hat es nun ein weiteres Gespräch zwischen Pastorin Katrin Dieckow, Kerstin Hencke vom Kirchenmusikausschuss und Chorsängern gegeben. Das Ergebnis: Die Chorarbeit soll erstmal ruhen, bis die Angelegenheit geklärt ist. Ob es einer juristischen Klärung bedarf? „Das kann durchaus passieren“, sagt Pastor Hermann-Georg Meyer gegenüber der AZ. Wegen des schwebenden Verfahrens wolle er aber mehr dazu nicht sagen. So lange diese Klärung noch aussteht, gibt es keine Kirchenchormusik, zu anderen musikalischen Anlässen wirken Gruppen wie der Posaunenchor oder die Blockflötengruppe.

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