Abfallwirtschaftsbetrieb setzt Müllkonzept weiter um

Ein Chip für jede Mülltonne

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Wie sich der Abfall im Kreis effizienter entsorgen lässt, dazu gibt es Empfehlungen im Abfallwirtschaftskonzept. Unter anderem sollen neue Müllfahrzeuge zum Einsatz kommen.

Uelzen/Landkreis. Erste Empfehlungen des neuen Abfallwirtschaftskonzeptes für den Landkreis wurden bereits umgesetzt. Seit dem Frühjahr sind Einwohner angehalten, Essenreste – mit Ausnahme von Fisch und Fleisch – in die Biotonne zu werfen.

Außerdem wurde ein Ausbau des Recyclinghofes angeschoben und die Erweiterung der Trockenfermentationsanlage um weitere drei Fermenter im Entsorgungszentrum Borg vorangetrieben. Zur effizienteren Müllentsorgung sieht das Konzept noch vier weitere Punkte vor: Die Einführung eines Identsystems mit einem Chip für jede Mülltonne, die Abfuhr von Mülltonnen mit Hilfe von Seitenladern, eine gemeindeübergreifende Abholung sowie die Abfuhr des Altpapiers durch den Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises (awb). Mit der Umsetzung dieser weiteren Empfehlungen beschäftigt sich gegenwärtig der awb, wie die Leiterin des kreislichen Eigenbetriebes, Renate König, auf AZ-Nachfrage erklärt. Für eine Beratung im Betriebsausschuss Abfallwirtschaft würden Zahlungen und Unterlagen zusammengestellt. Geplant sei, dass das Gremium sich schon in seiner Sitzung im Oktober mit weiteren Schritten zur besseren Müllentsorgung beschäftigen wird. „Vorgesehen ist, dass sich Empfehlungen auch schon im Wirtschaftsplan des Eigenbetriebes für 2014 wiederfinden“, so die awb-Chefin. Der Wirtschaftsplan – der Haushalt des Unternehmens – wird mit dem Haushalt des Landkreises zusammenberaten und auch vom Kreistag mit dem Zahlenwerk für das Kreisgebiet verabschiedet, erläutert König.

Ob alle Empfehlung des Konzeptes bereits im kommenden Jahr umgesetzt werden können, oder welche Priorisierung es gibt, dazu konnte König noch keine Angaben machen. Der umstrittenste Punkt ist die Abfuhr des Altpapiers im Kreis durch den awb. Mit einer eigenen Entsorgung läuft der Landkreis Gefahr, in eine erneute rechtliche Auseinandersetzung mit der Formata Vertriebs GmbH zu geraten (AZ berichtete). Das Unternehmen holt gegenwärtig bei 75 Prozent aller Haushalte das Altpapier ab und kündigte rechtliche Schritte an, falls der Kreis die Abholung des Wertstoffes untersagen wolle. Durch eine eigene Entsorgung wäre gewinnbringend. Andere Maßnahmen wie eine gemeindeübergreifende Abfuhr oder die Einführung von Seitenladern sollen zusätzlich Kosten minimieren, wie aus dem Konzept hervorgeht. Beim Einsatz von Seitenladern ist weniger Personal im Einsatz.

Von Norman Reuter

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