Altes Rathaus: Politik erzürnt über Gestaltung und mangelnde Information

Charakter „verschandelt“

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Zieht den Zorn von Bürgern und Politik auf sich: die neue Glastür, die ins Alte Rathaus eingebaut wurde.

Uelzen. Die Stimmung war geladen in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umweltschutz und Bauen am Donnerstagabend: Auslöser für einen aufgebrachten Schlagabtausch zwischen den Politikern war das neue Glastüren-Element mit Alurahmen, das neuerdings die ehemalige Arkadenseite des Alten Rathauses ziert.

Aufgebracht war man einerseits, weil das Gebäudemanagement im Vorfeld nicht über diese Gestaltung informiert habe, und andererseits, weil mit dem Einbau der Alutür der historische Charakter des Alten Rathauses „verschandelt“ werde, wie es Burkhard Schorling von der Ratsgruppe WIR für Uelzen/Piraten/Bündnis 21/RRP auf den Punkt brachte.

Zwar erklärte Manfred Schrodt, Technischer Vorstand des Gebäudemanagements Uelzen/Lüchow-Dannenberg, ausführlich die Beweggründe, die in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde zu dieser Gestaltung geführt hätten, doch der Großteil der Ausschussmitglieder wollte davon nichts hören. Eine große, transparente Öffnung zur Fußgängerzone hin für das dort geplante Café oder eine problematischere Ausführung der Tür in Holz – schön und gut. Doch die Politikerseelen kochten: „Für mich ist das nur eine weitere Episode im Schildbürgerstreich Altes Rathaus“, schimpfte Henning Gröfke (CDU). „Ein Wiederaufbau der Arkaden wäre eine super Idee gewesen, wenn man etwas Neues hätte machen wollen.“

Sein Fraktionskollege Christian Mocek zeigte sich „erschrocken“ über die Gestaltung und wetterte: „Wir haben uns da über Farbtöne für die Wand unterhalten, aber so gravierende Dinge haben wir nicht erfahren.“ Wilhelm Spangenberg schäumte beinahe über vor Zorn: „Das ist eine Veralberung der Politik durch das Gebäudemanagement“, polterte der Sozialdemokrat. „Ich bin empört!“ Und auch wenn Karl-Heinz Schmäschke (Grüne) versuchte, die Schärfe aus der Diskussion zu nehmen und ansatzweise das Vorgehen des Gebäudemanagements nachvollziehen konnte, gab es für die Mehrheit kein Vertun: „Wird das jetzt rückgängig gemacht?“ wollte Burkhard Schorling klipp und klar wissen und sprach andernfalls von „Frevel“. Und auch Christian Mocek forderte: „Da wird es doch wohl eine Möglichkeit geben, dass da Holz rein kommt!“

Uelzens Stadtbaurat Karsten Scheele-Krogull gab sich einsichtig: „Ich gebe zu, das hätte im Vorfeld kommuniziert werden müssen.“ Ein Austausch des Alu-Elements gegen eine Holztür würde aber circa 10.000 Euro kosten. Ob und wie das möglich sei, soll jetzt das Gebäudemanagement prüfen, und danach wollen die Fraktionen und Gruppen voraussichtlich im März über das weitere Vorgehen beratschlagen.

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