Schüler-Buslotsen sollen an der Fritz-Reuter-Schule künftig für ein geordnetes Einsteigen sorgen

Das Chaos an der Haltestelle

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Der Busfahrer bekommt die Tür kaum auf: Gedränge an der Haltestelle vor der Fritz-Reuter-Schule. Jeder Schüler möchte einen Sitzplatz bekommen – da geht es manchmal auch ruppig zu.

Bad Bevensen. Das große Gedränge beginnt, wenn die Busse in Sichtweite sind. Im Schritttempo nähern sich die Fahrzeuge den Haltestellen.

Und wenn sie stehen, wird dermaßen heftig geschubst, dass der Fahrer nicht einmal die Tür aufbekommt – Rangeleien vor Schulbussen gehören zu den gefährlichsten Situationen auf dem gesamten Schulweg. Denn jeder Schüler möchte rechtzeitig im Bus sein, um einen Sitzplatz zu bekommen.

Die Fritz-Reuter-Schule möchte mit einem „Buslotsenprojekt“ das unübersichtliche Durcheinander beim Einsteigen in geordnete Bahnen lenken. Ziel ist ein entspanntes, geordnetes und rücksichtsvolles Verhalten an Bushaltestellen zu fördern.

Schüler der siebten bis zehnten Klassen sollen die Lehreraufsichten an den Haltestellen unterstützen. Die Schule hat dafür eine Arbeitsgemeinschaft eingesetzt. Das Projekt wird durch die Polizei, die Regionalbus Braunschweig und den Landkreis begleitet.

Die eingesetzten Schüler erhalten eine Schulung, die erste ist Anfang Februar in der Jugendbildungsstätte des Landkreises Uelzen geplant. Außerdem will die Schule Westen und Namensschilder anschaffen. Die Buslotsen erhalten dann mit dem Zeugnis ein Zertifikat von Schule und Landkreis.

Den Kreis würde die finanzielle Unterstützung des Projektes im Jahr 2012 rund 2500 Euro kosten, die für Schulung und Kleidung verwendet würden. Die erste Hürde dafür wurde jetzt genommen: Der Wirtschaftsförderungsausschuss stimmte der Bereitstellung der Mittel zu. Das letzte Wort hat jetzt der Kreistag.

Dass auch andere Schulen bei entsprechenden Buslotsen-Projekten in den Genuss eines Zuschusses durch den Landkreis kommen, ist im übrigen nicht gesichert: Denn das ist davon abhängig, ob der Kreis auch für die jeweilige Haltestelle verantwortlich ist. Fällt sie in die Zuständigkeit etwa einer Gemeinde, muss diese die Finanzmittel aufbringen.

Von Thomas Mitzlaff

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