Überschuss statt eines satten Defizits: Positive Entwicklung beim Geschäft mit dem Müll

Chance für stabile Gebühren

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Seit Anfang des Jahres müssen die Kreisbewohner mehr für die Abfuhr des Mülls bezahlen. Durch eine positive Entwicklung bei den Finanzen des Abfallwirtschaftsbetriebs stehen die Chancen gut, dass die Gebühren nun vorerst stabil gehalten werden können.

Uelzen. Niedrige Kraftstoffpreise und geringere Personalkosten als erwartet – der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Uelzen (awb) hat im vergangenen Jahr finanziell Boden gut machen können. Statt eines erwartet satten Defizits wurde ein Plus eingefahren.

Für die Einwohner des Landkreises ist das eine gute Nachricht: Der Überschuss kann dazu beitragen, die Müllgebühren in den nächsten Jahren stabil zu halten, wie die Kreisverwaltung auf Nachfrage erklärt.

Zuletzt waren die Müllgebühren zum Januar angehoben worden. Die Abholung der 80-Liter-Restmülltonne im Zwei-Wochen-Rhythmus kostet damit 178,80 Euro jährlich statt wie davor 147,60 Euro. Die Anpassung zum Jahreswechsel war wie beim früheren Drehen der Gebührenschraube in den Jahren 2005 und 2011 die Folge einer Gesetzesänderung, die besagt, dass unbehandelter Müll nicht mehr auf Deponien gekippt werden darf. So werden seitdem die im Landkreis eingesammelten Abfälle zwar im Entsorgungszentrum in Borg angenommen, von dort aus aber weiter zu Verbrennungsanlagen nach Helmstedt transportiert. Dadurch entstehen höhere Umschlag- und Transportkosten, die mit der Gebührenanhebung gestemmt werden sollen.

Die positive Entwicklung bei den Finanzen kommt dem awb dabei zu pass. Kalkuliert werden die Gebühren immer für einen Zeitraum von drei Jahren. Der Betrieb hat kostendeckend zu arbeiten, darf zugleich auch keine Gewinne erwirtschaften. Der Überschuss von 68 000 Euro aus dem vergangenen Jahr fließt in eine Rücklage des Betriebs. „Die Rücklage steht dann in der Zukunft zum Ausgleich von Jahresfehlbeträgen zur Verfügung“, informiert der Landkreis. Die Einwohner müssen bei gut gefüllter Rücklage dann vorerst nicht stärker belastet werden.

Das positive Ergebnis aus dem Vorjahr erklärt sich im „Wesentlichen“, wie der Landkreis Uelzen erklärt, durch einen geringeren tarifvertraglichen Personalkostenanstieg als geplant. Zudem war bereits eine Stelle für den geplanten Wertstoffhof auf dem Betriebsgelände in Oldenstadt bereits eingepreist. Der Wertstoffhof eröffnet aber erst noch. In der Summe sind das Einsparungen von 181 000 Euro.

Auch deutlich günstiger als geplant konnten die Fahrzeuge betankt werden, wie der Landkreis mitteilt. Ersparnis: 82 000 Euro. Und: Einnahmen erzielt das Unternehmen nicht nur durch Gebühren in den Haushalten, sondern auch durch die Annahme und Entsorgung von Baustoffen, für die bezahlt werden muss. Die betrieblichen Erträge, so ist es der Bilanz für 2015 zu entnehmen, fielen um 102 000 Euro besser aus als geplant.

Von Norman Reuter

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