IHK-Experte spricht

Der Ilmenausee: Die Chance für ein neues Lebensgefühl

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Die Idee, den Herzogenplatz umzugestalten und einen Stadtsee zu schaffen, hält IHK-Experte Stefan Postert für eine Chance, die Stadt Uelzen weiter zu entwickeln.

Uelzen. Die Stadt Uelzen muss dem Handel und den Menschen ein schönes Nest bauen, in dem sich beide wohlfühlen. Auf diesen vereinfachten Nenner lässt sich wohl die Kernbotschaft bringen, die Stefan Postert, am kommenden Donnerstag im Uelzener Rathaus transportieren wird.

Stefan Postert

Und der Experte für Handel und Stadtentwicklung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bochum kann sich gut vorstellen, dass die Idee des Vereins Ilmenaustadt, einen Stadtsee und einen neu gestalteten Herzogenplatz zu schaffen, zu eben diesem Nestgefühl beitragen könnte. „Man muss es schaffen, eine Stadt so attraktiv zu machen, dass sie eine hohe Frequenz erreicht“, erklärt Postert, der am Donnerstag, 24. September, ab 16.30 Uhr im Uelzener Rathaus auf Einladung der IHK Lüneburg-Wolfsburg und des Vereins Ilmenaustadt unter dem Titel „Heraus aus dem Schatten der großen Nachbarn“ Handlungsfelder für die Uelzener Wirtschaft und Verwaltung vorstellen wird. Anschließend werden Stefan Thieme und Henning Tiedge vom Ilmenaustadt-Verein den aktuellen Planungsstand zur Umgestaltung des Herzogenplatzes vorstellen.

Stefan Postert findet es richtig, bei der Stadtentwicklung Privatleuten Verantwortung zu übertragen. „Es braucht alle“, sagt er, um eine Stadt wie Uelzen voran zu bringen.

In Zeiten, in denen – und das findet Postert „schizophren“ – einerseits immer mehr Handelsflächen in Städten entstünden, die Umsätze aber stetig abnähmen, liege die große Herausforderung doch eigentlich „in der Entwicklung im Bestand“. Hier müssten auch Hauseigentümer stark beteiligt werden, wenn es zum Beispiel um die Gestaltung von Mietpreisen gehe.

Außerdem spiele bei der Stadtentwicklung die sogenannte Nachverdichtung, die Schaffung modernen Wohnraums inmitten der Stadt, eine bedeutende Rolle, meint der IHK-Experte aus Bochum. Auch damit könnten sich Städte von anderen abheben. „Das ist ein Riesen-Thema, denn Wohnen schafft Urbanität“, betont Postert. Und nicht zuletzt sei eine gute Erreichbarkeit wichtig – den Lückenschluss der A 39 zwischen Wolfsburg und Lüneburg hält er daher für sehr bedeutsam: „Damit kann man wahrscheinlich mehr Frequenz in die Stadt holen.“

Die Idee eines Ilmenausees am Uelzener Herzogenplatz hält der Stadtentwicklungsfachmann für „ein Projekt von hohem Interesse“. „So etwas kann auch für Investoren sehr spannend sein, der Handel könnte wieder stärker nach Uelzen zurückkehren“, erklärt er und nennt im AZ-Gespräch das Beispiel des neu geschaffenen Phönix-Sees bei Dortmund: Dessen Schaffung habe die Ansiedlung von Handel und „ein völlig neues Lebensgefühl“ bewirkt.

Letztlich dürften und könnten sich Städte wie Uelzen nicht mit großen Nachbarn wie Hamburg oder Hannover vergleichen, wenn es um die Masse des Angebots gehe. „Also kann es nur über den qualitativen Ansatz und Service gehen“, bringt Stefan Postert ein Handlungsfeld auf den Punkt. Auch größere Einkaufszentren seien letztlich immer austauschbar, betont er. „Deswegen kommt es darauf an: Wie hoch ist die Qualität in der Stadt, wenn ich aus dem Shoppingcenter hinausgehe...?“

• Für die Veranstaltung mit Stefan Postert in Uelzen sind Anmeldungen erforderlich: bis Dienstag, 22. September, bei Petra Blewonska, Telefon (0 41 31) 74 21 18, E-Mail: blewonska@lueneburg.ihk.de oder www.ihk-lueneburg.de.

Von Ines Bräutigam

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