Center ist der Anfang vom Ende

Zur Diskussion um eine attraktivere Stadt Uelzen: Erstmal sollte man sich bei der AZ bedanken, dass diese ein Forum bietet und versucht zu vermitteln. Die beiden sehr offenen Berichterstattungen von Herrn Kolodziej und Herrn Meinecke haben mich ein wenig gefreut. Die Ansätze sind gut und sollten bei der ein oder anderen Entscheidung berücksichtigt werden.

Schade ist nur, dass es erst zu solch einer Berichterstattung kommen musste. Warum setzen sich die Betroffenen nicht zusammen an einen Tisch und versuchen das Problem zu analysieren und Lösungen herbeizuführen. In Lüneburg hat man sich letzte Woche zusammengesetzt mit Politik und regionaler Wirtschaft. Dort ging es lediglich um das Thema "zu viele Filialisten gefährden die Einkaufsstadt Lüneburg?". Ein wahres Luxusproblem der Stadt Lüneburg, aber das Angehen eines Problems wird dort richtig vollzogen.In Uelzen scheint mir die Verwaltung immer genau zu wissen was sie macht. Ich frage mich da oft, warum denn ausgebildete Verwaltungsfachleute sich diese wirtschaftliche Kompetenz zutrauen. Andere Meinungen werden nicht zugelassen und der eigentliche Auftrag des Rates wird nicht ordentlich verfolgt. Hier würde ich gerne auch nochmal die Stimmensammlung zum Umzug des Marktes nennen. Wenn das Volk nicht erhört wird, vergrößert sich die Distanz.Warum die brachliegenden Flächen der Innenstadt nicht angegangen werden, scheint mir ein Rätsel. Das Thema Schuhstraße wurde ja auch angepackt und es wurden Lösungen gefunden, um das Gelände attraktiver zu gestalten. Warum nicht bei der Kaufhalle und der langsam aussterbenden Lüneburger Straße. Ganz zu schweigen von der Stadt Hamburg Passage. Klar ist Uelzen nicht mit den attraktiveren Nachbarstädten zu vergleichen, aber darin liegt die Herausforderung.Diese wird falsch angegangen und ein Center am Marktplatz ist aus meiner Sicht der Anfang vom Ende von der Stadt. Wer denkt, dass dort nur drei Läden unterkommen, ist geblendet. Drogeriemarkt, Friseur, Apotheke, Juwelier, Blumengeschäft, Bäcker und der ein oder andere Textilladen wird dort noch Unterschlupf finden. Zieht man diese Läden noch aus der Innenstadt Stadt ab wird es langsam dunkel. Wenn dann noch Ärzte und Rechtsanwälte dort einziehen und die Stadt verlassen, denn zu einer Vermehrung wird es wohl nicht kommen, fällt auch diese Bewegung weg. Gut zu sehen in Harburg mit dem Phönix-Center und wer schon mal in Hameln war, der kann das auch bestätigen. Große Center in Innenstadtlage konkurrieren und verdrängen.Der Versuch, Uelzen unverwechselbar zu machen, sollte aufgenommen werden. Damit könnte man Betriebe für die Stadt ködern. Irgendwann muss sich was drehen, sonst steht man dauerhaft im Schatten.E. Meyer,Bad Bevensen

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