Für die Wahl des Kreistages sind von 46 Bewerbern der Christdemokraten nur sechs weiblich

CDU-Frauen in „zweiter Reihe“

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Wie stark ist das Engagement der Frauen in der Uelzener Kreis-CDU? Dr. Heike Schweer sagt: „Noch sitzen die Frauen in der zweiten Reihe.“

Uelzen/Landkreis. An der Spitze der Bundesregierung steht eine Frau: Angela Merkel. Zugleich ist sie auch Vorsitzende der Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU).

Dass Frauen sich in der Politik und in der CDU stark engagieren, lässt sich daraus aber nicht ableiten. Das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung in Hannover kommt für Niedersachsen zu dem Ergebnis: Frauen seien nach wie vor in der Politik stark unterrepräsentiert. „Ihre Beteiligung entspricht bei weitem nicht ihrem Anteil an der Bevölkerung“, so das Ministerium. Am Donnerstag hat der Uelzener Kreisverband der CDU seine Kandidaten für die Wahl des Kreistages aufgestellt: Die Kandidatenlisten spiegeln die Einschätzung des Ministeriums wider: Von 46 Bewerbern für Plätze im Kreistag sind lediglich sechs weiblich.

Aus den Reihen der Frauen- Union des CDU-Kreisverbandes wird dieses Ungleichgewicht noch am Abend der Aufstellungssitzung beklagt. In einer Stellungnahme auf der öffentlichen Facebook-Seite der Frauen-Union heißt es: „Als Frauen-Union hätten wir uns mehr weibliche Kandidatinnen gewünscht.“

Vorsitzende der Frauen-Union ist Dr. Heike Schweer aus der Gemeinde Bienenbüttel. Gefragt nach den Gründen, warum sich so wenig Frauen für Plätze im Kreistag bewerben, sagt sie: „Wir leben im Landkreis Uelzen, der bäuerlich strukturiert ist. Frauen sitzen derzeit noch in der zweiten Reihe, unterstützen die Männer bei ihren politischen Aufgaben. Wir sind dabei, dies aufzubrechen.“ Das brauche seine Zeit.

Im aktuellen Kreistag sind in der CDU-Fraktion keine Frauen vertreten. Von den sechs Bewerberinnen für die kommende Wahlperiode steht keine auf einem der vorderen Listenplätze. Zum Hintergrund: Der Landkreis ist für die Wahl des Kreistages in drei Wahlbezirke aufgeteilt worden (AZ berichtete). Will eine Partei in jedem Bezirk vertreten sein, hat sie dafür jeweils eine Kandidatenliste aufzustellen. Auf den Plätzen 1 der drei Listen für den Kreis stehen Stefan Hüdepohl, Dr. Günther Graf und Jörg Hillmer. Letzterer ist auch CDU-Kreisvorsitzender. „Wir haben attraktive Kandidatenlisten zusammenstellen können, auf denen mit Bürgermeistern und langjährigen Kommunalpolitikern kompetente Bewerber zu finden sind“, sagt Hillmer im AZ-Gespräch.

„Wir haben attraktive Kandidatenlisten zusammenstellen können.“ - Jörg Hillmer

Inzwischen weit mehr Frauen als früher seien in Orts-, Gemeinde- und Samtgemeinderäten zu finden, erklärt Dr. Heike Schweer. Auch bei der Nominierung von Kandidaten für die kommende Wahlperiode für diese Gremien hätten es „richtig viele Frauen“ geschafft, vordere Plätze zu belegen. Sie nennt den Gemeinderat Bienenbüttel als Beispiel. Auf der CDU-Liste seien drei Frauen auf vorderen Plätzen zu finden.

Von Norman Reuter

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