Café-Salon im alten Rathaus

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Uelzener Lebenshilfe soll Gastronomie in Teilen des Gebäudes betreiben.

Uelzen - Von Bernd Schossadowski. Für das alte Uelzener Rathaus zeichnet sich eine neue gastronomische Lösung ab, die weit über die bisherigen Vorschläge hinausgeht: Im Erdgeschoss des Gebäudes soll ein etwa 180 Quadratmeter großer Café-Salon mit Kaffeerösterei eingerichtet werden, einschließlich des Verkaufs kalter Getränke und Speisen.

Als Betreiber ist das Uelzener Haus der Lebenshilfe vorgesehen, das dort Menschen mit Behinderungen beschäftigen will. In die übrigen Räume des alten Rathauses wird, wie beschlossen, die Kreisvolkshochschule (KVHS) einziehen. Baudezernent Karsten Scheele-Krogull hofft, dass der Betrieb im Frühjahr 2012 beginnen kann.

„Das wird eine Gastronomie, die wirklich Potenzial hat“, freut sich Bürgermeister Otto Lukat über dieses Modell. Dieses werde die von der Kreispolitik ursprünglich favorisierte und für Nutzer der KVHS gedachte kleine Cafeteria deutlich in den Schatten stellen.

Auch der städtische Verwaltungsausschuss hat dafür jetzt grünes Licht gegeben. Demnach wird die Stadt nicht das gesamte Gebäude an die KVHS verpachten, sondern den für das Café vorgesehenen Bereich aus dem Mietvertrag herausnehmen und der Lebenshilfe zur Nutzung übertragen.

Allerdings ist für das Café voraussichtlich keine Förderung mit Ziel-1-Mitteln der EU möglich. Scheele-Krogull geht daher davon aus, dass sich die erwarteten Zuschüsse für den Umbau des alten Rathaus in Höhe von 1,4 Millionen Euro um etwa 120 000 Euro verringern werden. Das werde die Stadt aber auf zweierlei Art kompensieren: „Zum einen werden wir von der Lebenshilfe höhere Pachteinnahmen als bei einem Vertrag mit der KVHS erhalten, zum anderen wird die Lebenshilfe die Inneneinrichtung selbst finanzieren“, erklärt der Dezerenent.

Er selbst ist „absolut begeistert“ von den Plänen des Cafés. Dieses werde eine hochwertige Inneneinrichtung erhalten. Neben frischen Kaffeespezialitäten würden dort auch Frühstücks- und Mittagsgerichte sowie möglicherweise kleine Café-Accessoires wie Tassen angeboten.

Das Café wird nach einem bundesweiten Konzept namens „Samocca“ der Samariterstiftung Neresheim gestaltet, die mit behinderten Menschen zusammenarbeitet. „Wir werden davon Franchise-Nehmer“, erklärt Dana Pawlofsky, Öffentlichkeitsbeauftragte der Uelzener Lebenshilfe. Dabei werde das Café zu einer anerkannten Werkstatt für Behinderte. Wie viele Menschen beschäftigt werden sollen, kann sie aber noch nicht sagen.

KVHS-Leiterin Almke Matzker Steiner begrüßt diese Lösung ausdrücklich. „Das ist wirklich ein guter Weg – und wir werden komplett in das Gesamtkonzept eingebunden“, sagt sie. Auch Landrat Theodor Elster freut sich auf das Cafe: „Jetzt haben wir die Gewähr, dass die Planungen im Einklang

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