Café-Harder-Fläche: Landgericht bestätigt Richtigkeit archäologischer Grabungen

Einigung im Kostenstreit

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Die Baulücke auf dem Gelände des ehemaligen Cafés Harder wurde zu einem Fall fürs Gericht – nun wurde eine Einigung erzielt.

Uelzen. Das Landgericht Lüneburg hat die archäologischen Grabungen auf der Baustelle des ehemaligen Cafés Harder in Uelzen für rechtmäßig erklärt und damit ein Gutachten eines Berliner Archäologen bestätigt.

Dieses war Grundlage einer mündlichen Verhandlung zwischen Vertretern der mit den Grabungen beauftragten Fachfirma aus Isernhagen und der Berliner Grundstückseigentümerin, die sich durch ihren Mann vertreten ließ.

Beide Parteien hatten sich, wie berichtet, über noch ausstehende Zahlungen für die Grabungsarbeiten gestritten. Im Rahmen der mündlichen Verhandlung kam es nun zu einer Einigung.

Die Firma und die Eigentümer-Seite verständigten sich auf einen Vergleich, der allerdings eine deutliche Sprache spricht: 92 Prozent der Kosten – es handelt sich um eine noch offene Rechnung in Höhe von 12 000 Euro – hat die Eigentümerin zu tragen, acht Prozent soll die Isernhagener Grabungsfirma übernehmen.

Richter Axel Feldmann bestätigte außerdem, dass die Firma, die im Sommer 2012 unter der Regie von Uelzens Stadtarchäologen Dr. Fred Mahler in der exponierten Baulücke gearbeitet hatte, völlig korrekt, sensibel und moderat vorgegangen sei. Unter anderem war bei den Grabungen, wie berichtet, ein bis dato einmaliges Glas aus dem 16. Jahrhundert zutage gefördert worden.

Der Mann der Grundstückseigentümerin derweil hatte die Notwendigkeit der Grabungen angezweifelt. Allerdings, und das wurde seitens des Landgerichts ebenfalls deutlich bestätigt, hätten die Archäologie-Experten absolut korrekt nach dem seit Oktober 2011 bestehenden „Verursacherprinzip“ des Niedersächsischen Denkmalschutzes gearbeitet. Danach nämlich stehen Bauherren für die Kosten notwendiger archäologischer Untersuchungen in der Pflicht.

Was nun aus der Baulücke an der Veerßer Straße wird, ist dennoch offen: „Unter Umständen“, so hatte der Mann der Eigentümerin noch im Juli dieses Jahres gegenüber der AZ gesagt, wolle man das Grundstück verkaufen. Für einen zunächst geplanten Neubau war bereits eine Baugenehmigung erteilt worden.

Von Ines Bräutigam

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