Fachausschuss empfiehlt Änderungen im Nahverkehrsplan des Kreises Uelzen

Busse und Bahnen im Fokus

Rufbusse, hier eine Fahrt nach Molbath, sind nach Ansicht der Verkehrsplaner eine sinnvolle Alternative zum bestehenden ÖPNV. Dabei wird dem Fahrer auf einem Monitor angezeigt, ob er eine Ortschaft ansteuern soll. Zuvor müssen Fahrgäste die Tour per Knopfdruck anfordern. Archivfoto: Ph. Schulze

Uelzen/Landkreis. Der demografische Wandel im Kreis Uelzen erfordert flexiblere Angebote der Schülerbeförderung und des öffentlichen Personennahverkehrs.

Das ist eine der Botschaften des Nahverkehrsplans für den Landkreis, den die Verkehrsgesellschaft Nord-Ost-Niedersachsen (VNO) vor zwei Jahren entwickelt hat. Jetzt hat sich der Ausschuss für Wirtschaftsförderung des Kreises für eine Fortschreibung des Plans ausgesprochen. In diesen sollen aber mehrere Änderungsvorschläge eingearbeitet werden.

Im Rahmen des gesetzlichen Beteiligungsverfahrens hat die VNO 54 öffentliche Stellen angeschrieben, darunter kommunale Verwaltungen, Verkehrsunternehmen und Verbände, berichtete VNO-Verkehrsplaner Frank Wiesner im Ausschuss. „Zwölf Stellungnahmen mit ingesamt 41 Anmerkungen sind bei uns eingegangen. 34 haben wir in den Nahverkehrsplan aufgenommen, sieben wurden nicht berücksichtigt.“

Kritisiert wurden von den öffentlichen Stellen unter anderem Mängel im Bus-Angebot. Zu lange Fahrtzeiten und zu wenige Touren gibt es beispielsweise auf den Verbindungen Uelzen-Stadensen, Lüchow-Uelzen und zwischen Bodenteich und dem Kreis Salzwedel. Darüber hinaus sollten die Zeittakte beim Umsteigen zwischen Schienen- und Busverkehr besser aufeinander abgestimmt werden, lautete eine weitere Forderung an die VNO.

Ein konkretes Problem aus dem Schülerverkehr schilderte dazu Annette Niemann, Kreistagsabgeordnete der Grünen/Bündnis Zukunft: Zwar verkehren die Metronom-Züge regelmäßig nach Bad Bevensen, im dortigen Bahnhof fahren die Anschlussbusse zu den umliegenden Orte aber mitunter einige Minuten vor der Ankunft der Züge ab. Damit die Schüler nicht lange Wartezeiten in Kauf nehmen müssen, holen viele Eltern sie deshalb nachmittags mit dem Auto vom Bad Bevenser Bahnhof ab. „Wir wollen künftig stärker auf die Verknüpfung von Bahn und Regionalbussen achten“, versprach Wiesner.

Außerdem soll das ÖPNV-Angebot im Kreis Uelzen „wesentlich stärker als bisher die Erfordernisse des Schüler-, des Berufs- und des Erholungsverkehrs berücksichtigen“, heißt es im Nahverkehrsplan. Konkret bedeutet das: Grund- und Förderschüler sollen möglichst umsteigefrei zwischen Schul- und Wohnort befördert werden. Dabei sind kurze Busfahrzeiten wünschenswert. Überdies soll das Beförderungsaufkommen durch gestaffelte Anfangs- und Endzeiten an den Schulen entzerrt werden.

Im Berufsverkehr sollen während der Hauptverkehrszeiten von 6 bis 9 Uhr sowie von 15 bis 19 Uhr mindestens einmal pro Stunde Busse fahren. Weitere Rufbus-Haltestellen nach dem Vorbild der Ortschaft Molbath, aber auch Anruf-Sammel-Taxis und Bürgerbusse betrachtet die VNO als alternative und flexible Betriebsformen, gerade im ländlichen Raum.

Für ältere und in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen macht der Nahverkehrsplan ebenfalls Handlungsvorschläge: etwa die behindertengerechte Umgestaltung von Haltestellen, leicht verständliche Fahrgast-Informationen sowie Fahrpläne, die nicht nur im Internet, sondern weiterhin in Papierform veröffentlicht werden.

Von Bernd Schossadowski

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