Silvesternacht in Hamburg: Familie stürzt voll bekleidet in die Alster – Uelzener Einsatzkräfte können sie in letzter Sekunde an Land ziehen

Bundespolizisten retten vier Menschen vor dem Ertrinken

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Uelzen/Hamburg. „Das war knapp, eine Sache von Sekunden“, schildert Gruppenführer Rolf Wehrmeister. Der Uelzener Bereitschaftspolizist war mit fünf Kollegen auf dem Hamburger Jungfernstieg stationiert.

Zahlreiche Einsätze hatten ihnen kaum eine ruhige Minute gelassen in der Silvesternacht, als morgens um 2. 15 Uhr eine Passantin zum Mannschaftsbus stürmte. „Sie sagte, da würden Leute in der Alster schwimmen“, sagt Polizeiobermeisterin Sandra Goebel.

Die Beamten rennen zum Wasser, „zunächst haben wir nur zwei Menschen gesehen“, so Goebel – zwei weitere waren bereits untergegangen, nur noch die Hände waren zu sehen. Die Bundespolizisten legen sich auf die Uferbefestigung, versuchen die zwei Frauen und zwei Männer zu halten – doch deren Kleidung ist voller Wasser. „Einen der Männer haben wir irgendwie noch an der Kapuze erwischt“, sagt Wehrmeister.

Nach dramatischen Minuten kommen zwei Passanten zur Hilfe, vereint gelingt es schließlich, die vier Menschen aus dem Wasser zu ziehen. Doch noch immer wissen die Beamten nicht, wie groß die Gruppe war, ob sich weitere Männer und Frauen im Wasser befinden. „Die vier lagen völlig erschöpft am Rand der Alster und wir haben immer wieder gefragt, wie viele sie denn gewesen seien“, schildert der Gruppenführer. Sprechen können die Geretteten nicht mehr, einer Frau gelingt es schließlich, vier Finger hochzuheben.

Nach Angaben der Bundespolizei Hamburg war eine 24-jährige Frau am Ufer gestolpert und in die Alster gestürzt. Ihre drei Begleiter – ein gleichaltriger Mann, die 48-jährige Mutter und ihr 43 Jahre alter Freund – sprangen daraufhin hinterher, um die junge Frau zu retten. Doch wegen der sehr hohen und senkrechten Uferbefestigung gelang es ihnen dann nicht mehr, aus eigener Kraft aus dem Wasser zu kommen.

Von Thomas Mitzlaff

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