Vietnamesen nach Deutschland gebracht / Uelzener Beamte durchsuchen Wohnungen

Bundespolizei sprengt Schleuserring

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Uelzener Bundespolizisten bei einer Übung.

Uelzen. 70 Einsatzkräfte der Beweissicherungs- und Festnahmehundertschaft der Bundespolizei-Abteilung Uelzen waren gestern Morgen in Goslar, Wernigerode, Magdeburg und Berlin im Einsatz.

Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Braunschweig ging es gegen eine vietnamesische Schleuserbande. Insgesamt wurden elf Wohnungen in Sachsen-Anhalt, Berlin, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern durchsucht, teilt die Uelzener Bundespolizei in einem Pressebericht mit.

Die beiden Hauptbeschuldigten aus Wernigerode, ein Vietnamese und seine deutsche Lebensgefährtin vietnamesischer Herkunft aus Trier, haben vielfach Landsleute ins Bundesgebiet eingeschleust oder mit gefälschten polnischen Pässen ausgestattet. Je nach Umfang der „Leistungen“ verlangte das Paar zwischen 2000 und 20 000 Euro von den geschleusten Menschen. Die Beamten fanden bei den Razzien insgesamt 100 000 Euro in bar.

Die Vietnamesen wurden mit einem Auto aus Polen abgeholt und nach Deutschland gebracht. Zuvor waren die Menschen von Vietnam per Flugzeug nach Russland und weiter auf dem Landweg nach Polen befördert worden. Der offenbar in Russland lebende Bruder des Hauptbeschuldigten zeichnete dafür verantwortlich. Nach erfolgter Einreise tauchten die Personen unter oder stellten Asylanträge. Zwei zur Zeit der Einschleusung schwangere Frauen wurden später für fünfstellige Summen in sogenannte Scheinvaterschaften vermittelt.

Auch die Verurteilung zu einer einem Jahr Haft auf Bewährung durch ein polnisches Gericht im Januar wegen Schleusens hinderte den Beschuldigten nicht daran, mit einem vietnamesischen Polizeioffizier Schleusungen per Flugzeug von Vietnam nach Deutschland vorzubereiten. Da machte die Bundespolizei gestern einen Strich durch.

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