Bürgermeisterkandidat Jürgen Markwardt sieht Eintritt in SPD nicht als Bedingung für seine Arbeit

Neutralität statt Parteibuch

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Ortsvereinsvorsitzende Ute Chlechowitz gratulierte dem parteilosen SPD-Bürgermeisterkandidaten Jürgen Markwardt.

Uelzen. Kurz vor der Abstimmung wartete Jürgen Markwardt mit einem Eingeständnis auf. „Diesen Weg habe ich tatsächlich so nicht gewollt.

Ich habe mir nie darüber Gedanken gemacht, dass ich mal Bürgermeisterkandidat werden würde“, sagte der frischgebackene SPD-Bewerber am Mittwochabend auf der Mitgliederversammlung der Uelzener Sozialdemokraten. Mit 57 Ja-Stimmen, bei drei Enthaltungen und vier Nein-Voten, wurde der parteilose Erste Stadtrat von der SPD für die Bürgermeisterwahl am 25. Mai nominiert. Einen Gegenkandidaten gab es nicht.

Als einen Schwerpunkt seiner Arbeit als Bürgermeister, sollte er gewählt werden, nannte Markwardt die weitere Entschuldung Uelzens. „Ich wünsche mir, dass dieser Weg konsequent weitergegangen wird, weil er uns Handlungsspielräume gibt, auf anderen Feldern aktiv zu werden“, betonte der 45-Jährige, der seit vier Jahren bei der Stadt arbeitet. So müssten die Möglichkeiten für die Ansiedlung von Unternehmen verbessert werden. Zudem gelte es, die Entwicklung der Innenstadt voranzutreiben und dem demografischen Wandel zu begegnen.

Markwardts Ideen wurden mit viel Applaus bedacht. Doch der Erste Stadtrat wurde auch mit kritischen Fragen konfrontiert. „Ich tue mich ein bisschen schwer mit einem Kandidaten, der nicht SPD-Mitglied ist“, meinte ein Zuhörer und fragte, wie Markwardt zu der Partei stehe. „Das Amt des Bürgermeisters ist in Wirklichkeit ein überparteiliches“, antwortete der SPD-Kandidat. Diesem Posten stehe „Neutralität gut zu Gesicht“. Er sei bewusst kein Parteimitglied, weil er authentisch bleiben wolle. „Wenn aber am Ende abgestimmt werden muss, können Sie sich auf meine Stimme verlassen“, versprach Markwardt und fügte mit Blick auf das Programm der SPD hinzu: „Die größte gemeinsame Vielfalt liegt eindeutig bei Ihnen.“

Aus der Versammlung gab es auch viel Lob für Markwardt. „Wir sind überzeugt, dass er der Richtige ist. Er hat das nötige Können, eine Verwaltung zu leiten, die Fähigkeit, eine Stadt zu repräsentieren, und die Kompetenz, dass Uelzen nachhaltig entlastet wird“, lobte Ortsvereinsvorsitzende Ute Chlechowitz. Ins gleiche Horn stieß SPD-Ratsherr Wilhelm Spangenberg. „Mit Jürgen Markwardt haben wir die große Chance, nicht nur unsere Wähler, sondern auch Wähler aus anderen Bereichen der Stadt zu gewinnen“, sagte er. Und Manfred Daum, ehemaliger Ratsfraktionschef der Sozialdemokraten, bekräftigte: „Mit ihm werden wir einen Bürgermeister finden, der die Stadt ein großes Stück weiterbringen wird.“

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