Bürgermeister empfiehlt Prüfung des Stadtwerke-Engagements in der Ukraine

Lukat will neutrale Fakten

Die Beteiligung der Stadtwerke Uelzen am Landwirtschaftsprojekt in der Ukraine sollte extern geprüft werden, schlägt Uelzens Bürgermeister Otto Lukat vor. Archivfoto: TM

Uelzen. Uelzens Bürgermeister Otto Lukat will heute Früh dem Aufsichtsrat der örtlichen Stadtwerke vorschlagen, deren Beteiligung an dem Landwirtschaftsprojekt in der Ukraine durch einen externen Wirtschaftsprüfer untersuchen zu lassen.

Davon verspricht er sich „unabhängige, neutrale Fakten“. Das kündigte er gestern Abend auf der Sitzung des Stadtrates im Uelzener Rathaus an.

Otto Lukat

Hintergrund für diesen Vorschlag ist der zu erwartende millionenschwere Verlust im Falle eines Ausstiegs des Uelzener Energieversorgers aus der Sustainable Bio Energy (SBE) Holding GmbH. Zudem lief gestern die Frist aus, die der SBE zur Rückzahlung von 1,7 Millionen Euro aus Darlehenszinsen und einem Rapsölliefervertrag gesetzt worden waren. Zur selben Zeit gestern Abend fand in Schwäbisch Hall die Gesellschafterversammlung der SBE statt, auf der über die Zukunft des Getreideprojekts beraten werden sollte. Die Uelzener Stadtwerke halten an der Holding 25 Prozent der Anteile, die Haller 75 Prozent.

Ein Ergebnis der Sitzung war Uelzens Bürgermeister bis gestern Abend noch nicht bekannt. Nähere Informationen erwartet er heute in der Aufsichtsratssitzung der Stadtwerke Uelzen. „Die Verhandlungsoptionen sind die Weiterführung oder der Verkauf der SBE“, sagte Lukat.

Wie berichtet, hält er einen Ausstieg der Uelzener Stadtwerke aus der Holding für möglich. „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Engagement zu einem vollständigen Verlust der getätigten Investitionen von 5,1 Millionen Euro führen kann“, erklärte er gestern dem Rat. „Zusätzliche 1,7 Millionen Euro wurden in den vergangenen Jahren bereits abgeschrieben.“

Zur Beauftragung eines externen Wirtschaftsprüfers rät Lukat, um die Vorgänge objektiv bewerten zu können. „Dies ist wohlverstanden kein Misstrauen gegen die Fakten der Geschäftsführung der Stadtwerke, doch in dieser Situation stellt eine objektive Prüfung eine zusätzliche Absicherung dar“, betonte Lukat, während die Mitglieder des Stadtrates den Bericht kommentarlos zur Kenntnis nahmen.

Von Diane Baatani

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