Bündnis für Agentur-Erhalt

Uelzen/Landkreis. Die Mitteilung der Bundesagentur für Arbeit hat Uelzen hart und unvermutet getroffenen: Die Agentur an der Lüneburger Straße soll 2012 mit dem Standort Lüneburg zusammengelegt werden (AZ berichtete). In welcher Stadt der neue Agenturbezirk dann seinen Hauptsitz haben wird, steht noch nicht fest. Fällt die Wahl auf Lüneburg, ist Uelzen künftig nur noch eine Außenstelle. Die Entscheidung darüber wird der Verwaltungsrat der Bundesagentur am 23. September treffen.

Doch mit diesen Plänen wollen sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Henning Otte, SPD-Landratskandidat Jürgen Krumböhmer und CDU-Kreisfraktionschef Claus-Dieter Reese nicht abfinden. Sie fordern unabhängig voneinander, Uelzen als Hauptsitz des Agenturbezirkes zu erhalten.

„Falls die Leitung der Arbeitsagentur nach Lüneburg verlegt wird, droht in Uelzen ein dauernder Aderlass. Dann wird es zum Abbau besonders qualifizierter Arbeitsplätze in der Fläche kommen“, befürchtet Reese. Deshalb ruft er alle Fraktionen der Uelzener Kreispolitik auf, „schnellstens und schriftlich“ eine Petition an die Bundesagentur für Arbeit, die Gremien des Bundestages und die Landesregierung zu richten. Einen entsprechenden Antrag will Reese in den nächsten Kreisausschuss einbringen, der am 2. August tagt. „Wir müssen alles dafür tun, um den Hauptsitz der Agentur in Uelzen zu erhalten und möglichst auch die Zuständigkeit für Lüneburg zu erlangen“, appelliert Reese an die Kreispolitik.

Otte hat sich unterdessen schriftlich an den Vorstandsvorsitzenden der Bundesagentur für Arbeit, Frank Weise, gewandt und sich bei ihm für den Standort Uelzen stark gemacht. Für den künftigen Hauptsitz der örtlichen Agentur gebe es „nur eine Möglichkeit, nämlich die Stadt Uelzen“, schreibt Otte. Denn hier seien die strukturellen und arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen am größten und der strukturschwache Raum dürfe nicht noch weiter gebeutelt werden. „Die bisher in Uelzen so überaus erfolgreiche Arbeit muss unbedingt fortgesetzt werden“, betont Otte.

Auch Jürgen Krumböhmer verspricht, für den Erhalt der Uelzener Agentur zu kämpfen. „Es kann nicht sein, dass der Bund zuerst die Hand an die Wasserschifffahrts-Verwaltung in Uelzen legt und nun auch noch die Agentur für Arbeit in Frage stellt“, kritisiert er. „Uelzen darf als Behördenstandort und Arbeitsort nicht geschwächt werden. Hier wird jeder Arbeitsplatz am Ort dringend gebraucht.“

Nur mit vereinten Kräften lasse sich der Verlust des Standortes Uelzen aufhalten, betont Krumböhmer. „Alle Landratskandidaten und alle Parteien müssen hier mit einer Stimme sprechen.“

Von Bernd Schossadowski

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