Ein Büfett ohne Schwein

Sie werkeln tagelang für die Künstler und ihre Fans: Die Bühne hat durch 60 Mitarbeiter mittlerweile an Höhe gewonnen.

Uelzen - Von Diane Baatani. Draußen klettern 60 Mann auf der großen Bühne fürs große Uelzen Open R herum, in der Jabelmannhalle sind 15 Mann ganz nah dran an Ich & Ich, den Fantastischen Vier, Culcha Candela und ihren Kollegen – oder zumindest an ihren Garderobenwünschen.

Die Musiker trinken Red Bull und verzichten auf Schweinefleisch, aber ansonsten scheinen sie genügsam zu sein. Die Crew um Projektmanager Marno Happ richtet die Garderoben ein, und zwar ohne viel Klimbim. „Oft sind es die Nachwuchsmusiker, die gerade Erfolg haben und anfangen Ansprüche zu stellen. Die Fantastischen Vier wissen, wie sie sich wohlfühlen, sie haben normale Anforderungen“, sagt Happ. „Die Bands hier haben keine großen Probleme bereitet.“ So einige Wünsche überraschen dann aber doch.

Das Team teilt die hintere Jabelmannhalle in elf graue Quadrate ein, stellt Stellwände auf, schraubt Halterungen fest und trägt unzählige schwarze und weiße Ledersessel und Sofas in die kahlen Ecken. Hinzu kommen nur noch Spiegel, Garderobenständer, Süßigkeiten, Obst und vor allem Handtücher. „Es gibt eine Band mit fünf Mitgliedern, die 70 Handtücher haben wollen“, staunt selbst Happ, der schon einige Künstler auf Konzerten betreut hat.

Abgesehen davon beschränken sich die Begehrlichkeiten höchstens auf das Kulinarische. So wünschen einige Künstler 400-Liter-Kühlschränke, die kaum in die Garderoben hineinpassen. „So haben wir entschieden, dass wir kleine Kühlschränke hineinstellen.“ Wer jetzt glaubt, die Kühlschränke sind bis oben hin voll mit hartem Zeug, irrt sich. „Es wurde viel Bionade oder Kambucha bestellt, auch viel Red Bull, aber zum Beispiel gar nicht viel Bier“, verrät der Projektmanager, der auch am Sonnabend während des Festivals die Künstler betreut. „Es sind Profi-Musiker, die sind vernünftig. Sie müssen einen klaren Kopf haben“, sagt er, „und viele halten sich hier auch nicht lange auf.“ Smudo etwa wohnt in Hamburg und komme von dort aus hierher gefahren. „Und viele haben Laptops dabei und arbeiten hier parallel.“

Besonderheiten gibt es auch, wenn es ums Büfett geht: „Es gibt einen, der darauf besteht, dass hier kein Schweinefleisch ausgegeben wird“, erklärt Happ. Und das machen alle anderen mit? „Es gibt unter den Künstlern viele Vegetarier oder Veganer. Der Caterer macht seine Sache gut, ein bisschen Geflügel oder Rind tun‘s auch.“ Vor allem aber scheinen die Musiker vom Uelzen Open R auf Lebensmittel aus ökologischem Anbau aus der Region zu stehen, das haben sie einstimmig der Produktionsfirma gemeldet.

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