Lucas-Backmeister-Schule will Bestand mit 1000 Büchern aufbauen / Spender gesucht

Bücherei für neue Unterrichtsform

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Sie freuen sich, schon bald in der Bücherei noch mehr lesenswerte Bücher zu finden: Die Schüler der 2b mit ihrer Klassenlehrerin Stefanie Becker.

Uelzen. Elisa aus der Klasse 2b sagt: „Wenn wir lesen, werden wir auf alle Fälle nicht dümmer. “ Klassenlehrerin Stefanie Becker muss schmunzeln. Dem könne nicht widersprochen werden, meint die Pädagogin.

Sie arbeitet als Lehrkraft an der Lucas-Backmeister-Schule zusammen mit Kollegen seit Wochen an einem Aufbau einer Bücherei. Bislang verfügte die Grundschule nicht über einen Bücherbestand zur Recherche oder zum Ausleihen. Das soll sich ändern. Auch mit Blick auf die Einführung des Ganztagsschulbetriebs nach den Sommerferien.

Wenn wir lesen, werden wir auf alle Fälle nicht dümmer.

Wie berichtet, werden sechs Grundschulen im Uelzener Stadtgebiet zu Ganztagsschulen ausgebaut. Damit besteht in den Bildungseinrichtungen die Möglichkeit, dass Schüler am Nachmittag Schulangebote nutzen können. Einhergehend mit dieser Neuerung will die Lucas-Backmeister-Schule auch die Unterrichtsformen anpassen. Das sogenannte InA-Konzept kommt zum Tragen, erklärt Schulleiterin Bianca Scharfenstein. InA steht für „Individuelle Arbeitsphase“. In den Fächern Deutsch, Mathematik und Sachunterricht werde es somit Arbeitsphasen geben, in denen die Schüler aufgerufen sind, sich durch Recherche über Themen zu informieren oder auch Bücher zum Unterrichtsstoff zu lesen, so Scharfenstein. Dafür werde eine Bücherei benötigt.

Es gibt allerdings auch noch einen zweiten Grund: An der Uelzener Lucas-Backmeister-Schule werden Schüler aus bildungsfernen Familien sowie überdurchschnittlich viele Flüchtlingskinder unterrichtet. Derzeit besuchen rund 160 Jungen und Mädchen die Bildungseinrichtung an der Taubenstraße. Bei 28 von ihnen handelt es sich laut Bianca Scharfenstein um Kinder von Flüchtlingen oder Asylbewerbern. Mit einer Bücherei und einem Bestand von Kinderbüchern, so die Schulleiterin, könnten diese Schüler an die deutsche Sprache herangeführt werden. Es gebe zudem Fälle, bei denen Eltern durch die Lektüre eines Kinderbuches versuchten, Deutsch zu lernen. Dies werde durch die Bücherei unterstützt. Sie werde auch unmittelbar gegenüber der Verwaltungsräume eingerichtet, sodass ein Kontakt zwischen Eltern und Lehrern entstehe.

Der Bestand soll einmal 1000 Bücher umfassen, sagt Stefanie Becker. Die Einrichtung der Bücherei könne mit Mitteln der Stadt sowie durch einen Zuschuss des Elternvereines finanziert werden. Ein Teil des Geldes reiche auch zum Ankauf von Büchern, doch die Schule sei auch Bücherspenden angewiesen. Wer Kinderbücher und kindgerechte Sachbücher besitzt, kann diese am kommenden Freitag ab 16 Uhr in der Turnhalle der Grundschule abgeben. Dort findet dann der sogenannte Lucas-Abend mit einer Aufführung eines Theaterstückes statt – eingeübt von Schülern für Schüler, Eltern und alle Interessierten. Die gespendeten Bücher sollten gut erhalten und nicht älter als fünf Jahre sein, damit sie der aktuellen Rechtschreibung entsprechen.

Von Norman Reuter

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