Bis zum Urnengang Sonntag geben bereits Tausende Landkreis-Bewohner ihre Stimme ab – per Post

Die Briefwahl boomt

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Über 2500 Uelzener haben bereits per Brief gewählt. Saskia Pollack, Mitarbeiterin im Bürgeramt der Hansestadt, ist eine von zehn Mitarbeitern, die die Anträge bearbeiten und verschicken. Die Eingänge werden im Keller des Rathauses gelagert.

Uelzen/Landkreis. Der Trend zur Briefwahl setzt sich bei der diesjährigen niedersächsischen Kommunalwahl weiter fort, so viel kann man jetzt schon sagen.

609 Briefwähler vermeldet beispielsweise Bienenbüttel am gestrigen Mittwochvormittag und eine Gemeindemitarbeiterin ordnet ein: „Die Briefwahl wird sehr angenommen“. Neben der Gemeinde Bienenbüttel läuft die Briefwahl über die Samtgemeinden Suderburg, Rosche, Aue und Bad Bevensen-Ebstorf sowie die Stadt Uelzen.

Und Ute Krüger, Pressesprecherin der Stadt, bestätigt den Eindruck aus Bienenbüttel voll und ganz: „Wir hatten bei der vergangenen Kommunalwahl 2540 ‘B-Wähler’ und liegen jetzt schon bei 2576.“ Auf den ersten Blick scheint da kein großer Unterschied zu sein, aber aufgrund von Erfahrungswerten rechne man bei der Stadt mit insgesamt 3200 Briefwählern, so Krüger. Die Wahl stelle jetzt schon einen Schwerpunkt der Tätigkeiten dar, an zehn Arbeitsplätzen gebe es kaum ein anderes Thema.

„Der Trend zur Briefwahl setzt sich fort“, ergänzt Krüger in Hinblick auf bundesweite Beobachtungen. Und sie hat auch noch einen Hinweis für Kurzentschlossene: Noch am Sonnabend könnten die Bürger Uelzens von 9 bis 12 Uhr im Standes- und Bürgeramt im Rathaus per Briefwahl über Stadtrat und Kreistag mitbestimmen.

Der Trend zur Briefwahl hält auch die Mitarbeiter in der Gemeinde Rosche auf Trab. Gestern hatten bereits 715 Bürger von dort per Brief gewählt, 26 mehr als 2011 insgesamt. Dass die Briefwahl mehr ist, als nur ein paar eingeworfene Zettel verdeutlicht Tanja Schulz, in Rosche als Sachbearbeiterin in die Briewahl eingebunden: „Die Wahlbenachrichtigungen schreiben, die Unterlagen rausssuchen und verschicken – wir haben im Grunde seit dem 21. August jeden Tag mit der Briefwahl zu tun und werden von Kollegen, die eigentlich andere Aufgaben haben, unterstützt.“

In der Samtgemeinde Aue steuert man ebenfalls auf einen hohen Briefwahl-Anteil zu. Bereits 1182 der 10521 Wahlberechtigten haben schon gewählt – 11,2 Prozent. Ein Vergleich mit der Kommunalwahl 2011 ist hier allerdings nur schwer möglich, da die EDV durch die Fusion Bodenteich/Wrestedt damals noch getrennt war.

Aufgrund der Vorfälle um die Kandidatenliste der Grünen (AZ berichtete) begann die Briefwahl in der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf im Vergleich zu 2011 rund zwei Wochen später, teilt der Sprecher der Samtgemeinde, Jörn Nolting, gestern mit.

Somit spricht die aktuelle Zahl von 2512 bisher abgegebenen Stimmen auch nicht für ein Abebben der Briefwahl-Lust in Bevensen – obwohl 2011 bei der besagten Wahl 2873 Wahlberechtigte per Brief abstimmten.

Von Steffen Kahl

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