Von Woche zu Woche

Es brennt: Beirat muss Gehör finden

Mit seinem Konzept für einen Beirat setzt Uelzens Kreisfeuerwehrverband auf Botschafter aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Wissenschaft, die nicht müde werden sollen, die anstehenden Probleme der Wehren – der fehlende Nachwuchs und die Einsatzfähigkeit der Kameraden während der Arbeitszeiten – hinaus in die Welt tragen sollen. Traurig genug ist, dass es eines solchen Beirats bedarf. Und schlimmer ist die Frage: Wird der Beirat-Ruf auch erhört?

Schlagartig wird am Donnerstag dieser Woche – der Tag, an dem die AZ über den Beirat berichtet – wieder einmal deutlich, was Feuerwehrarbeit bedeutet. Mehr als 100 freiwillige Feuerwehrleute sind ab 15.15 Uhr bis in die Nacht hinein in Klein Süstedt im Einsatz, um den Großbrand in der Schlachterei von Carsten Baucks Biohof in den Griff zu bekommen. Wann immer die Alarmierung erfolgt oder Sirenen ertönen, eilen Männer und Frauen zu den Bränden, Verkehrsunfällen oder in ein Hochwassergebiet – sofern sie tagsüber bei der Arbeit freigestellt werden. In den Abend- und Nachtstunden opfern die Feuerwehrmänner und -frauen ihre Freizeit.

Wer in Not ist, dem wird geholfen. Das ist die Maxime der ehrenamtlichen Brandschützer. Sie haben nicht Produktionsabläufe in einem Werk im Sinn oder Liefertermine, nein, sie haben ihre Mitmenschen im Sinn. Mit den aktuellen Bildern der Tragödie in Klein Süstedt, wird keiner bestreiten, wie unerlässlich die Wehren sind. Der Beirat hat die Aufgabe, in den Momenten auf die Bedeutung des Feuerwehr-Einsatzes hinzuweisen, wenn gerade kein Feuer lodert oder sich kein Unfall ereignet und damit die wichtige Arbeit in Vergessenheit zu geraten droht. Aber gerade dann müssen Ansagen zum Nachwuchs und dem Freistellen von Mitarbeitern in Betrieben erhört werden. Der Brand in Klein Süstedt ist zum jetzigen Zeitpunkt noch einmal ein Weckruf: Niemand ist vor Bränden gefeit – auch keine Unternehmer.

norman.reuter@az-online.de

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