Kfz-Meister Dieter Niber will den Kampf gegen hohe Spritkosten aufnehmen

Boykott, bis der Preis sinkt

+

Uelzen. „Es kann nicht sein, dass ich das Gefühl habe, dass hier abgezockt wird. Das Gefühl haben alle. Und alle sagen, dagegen können wir nichts machen. “ Dieter Niber meint aber: „Wenn wir uns einig wären, könnten wir etwas machen.

“ Er möchte den Kampf gegen die hohen Spritkosten aufnehmen, indem er zum Boykott aller Aral-Tankstellen aufruft. Der Uelzener Kraftfahrzeugmeister hat deshalb der zugehörigen Innung Uelzen auf der Jahreshauptversammlung einen entsprechenden Vorschlag gemacht.

Dieter Niber

„Das ist meine persönliche Meinung“, betont der ehemalige Autohändler, der vor zwei Jahren seinen Betrieb in Oldenstadt seinem Nachfolger übergeben hat. Um sich tatsächlich aktiv gegen die Aufwärtsspirale der Preise an den Zapfsäulen zu wehren, hofft er auf Rückhalt aus der Innung. „Überall werden die Kosten hochgezogen, ob Strom oder Sprit, so dass für anderes nicht mehr viel Geld übrig bleibt“, erklärt er. „Gerade hier auf dem Lande brauchen die Menschen einfach Sprit.“ Sie seien angewiesen auf ihr Auto, um sich versorgen zu können und am Leben teilzuhaben. Aber wenn die Kosten für den Sprit steigen, dann sparen die Verbraucher stattdessen an nötigen Autoreparaturen, weiß Niber. Und wenn sie ihre Bremsbeläge oder andere Teile nicht rechtzeitig überholen lassen, wachsen die Schäden und damit auch die Kosten für die Reparaturen – schließlich müssten verschleißte Teile ganz ersetzt werden, warnt der Öffentlichkeitsbeauftragte der Kfz-Innung. „Also gehen wir dabei und sagen: Wir tanken nicht bei Aral, bis der Sprit wieder 1,65 Euro kostet“, schlägt Niber den anderen Innungsmitgliedern vor und erntet auf seinen Vortrag zunächst ein lautes Schweigen.

Alexander Thieme aus dem gleichnamigen Autohaus hält einen Boykott für unangebracht. „Die Verbraucher haben dafür gesorgt, dass es keinen Markt mehr gibt“, sagt der Uelzener. Wegen einem Cent pro Liter seien die Kunden nach Uelzen zum Tanken gefahren. „Der Verbraucher hat entschieden – jetzt sind die kleinen Tankstellen auf dem Lande weg“, lautet Thiemes Fazit. Und dennoch könne der Kunde weiterhin Einfluss nehmen auf seine Kosten, zum Beispiel mit Autogas. „Wir merken keine steigende Nachfrage nach Autogas-Umrüstungen“, stellt er fest. Als vor einem Jahr bereits die Kosten von Diesel und Super gleichauf lagen, hätte es einen „Riesen-Hype“ um Autogas gegeben. Und obwohl mittlerweile die Preise für Benzin noch weiter gestiegen seien, sei das Interesse an Umrüstungen nicht stärker zu spüren. Autohäuser könnten auch ihre Kunden über spritsparende Fahrweisen informieren oder: „Man kann Sprit-Spar-Tage einführen“, überlegt er weiter. Aber ein Boykott sei nicht in seinem Sinne. „Die großen Mineralöl-Konzerne anzugreifen, ist schwierig“, sagt auch Obermeister Dirk-Walter Amtsfeld. Ähnlich reagieren die Kollegen auf der Kfz-Versammlung, der Rest schweigt – bis entschieden wird, das Thema bis zur nächsten Versammlung zu vertagen... Seite 2

Von Diane Baatani

Kommentare