Boomschutzsatzung in Bämsen

Nu geiht dat wedder los mit de Boomschutzsatzung in Bämsen. Politiker meent nur se könnt bestimmen wat vör Böhm stahn blieben möt. Ick denk, wie hebbt doch mündige Bürger de öwer Generationen dorvör sorgt hebbt, dat de groden Böhm de in de Stadt noch dor sind.

Carl-Friedrich Bautsch

Schöne Böhm staht doch nur dor, weil wie klooke mündige Bürgers de öwer Generationen pfleegt hebbt. Vör poor Johr, as dat losgahn dä mit de Boomschutzsatzung hebbt veele Bämser Bürger noch vörher Böhm affsagt, de harn hüt ok noch dor west. Vör de Boomschutzsatzung sind meistens de Politiker, de sülmst keen Böhm hebbt und nu öwer andere bestimmen willt, weil de meent se verstaht mehr dorvon. Över alle Böhm, de in een Meter Höhe eenen Ümpfang von een Meter hebbt, doröber bestimmt se denn mit ehre Gesetze, dor könnt de Bürger nich mehr alleen bestimmen. Domals so könnt wie dat in „Spiegel“ und „Die Welt“ na läsen, hett de Bund der Stüürtaler rutkrägen, dat dat Bämsen veel Geld köst het.

De Spiegel hett schräben: „In Bad Bevensen hat die Verwaltung den Auftrag bekommen alle 800 Bäume zu kartieren. Drei Jahre sein Mitarbeiter des Bauamtes mit dieser mühseligen Aufgabe beschäftigt gewesen. Zwei Jahre wurde sogar eine zusätzliche Kraft eingestellt...Gesamtkosten 300 000 DM.“

Nu aber sall de Satzung sogor vör de Dörper ok Gültigkeit hebben. Worüm seht uns Dörper denn so good ut mit ehr grooden Eeken, Linden, Kastanjen und Eschen? De staht nu dor all seit Generationen, weil de Eegentümer dor alle Freude an hat hebbt. Kiekt jük de Döörper an. Möt dor de Politiker nu ok noch dat in Gesetze und Paragraphen bringen? Nee’e tosetzliche Arbeit vör dat Bouamt.

Üm uns Hoff staht in Umkreis von 100 Meter 50 verschiedene Boomorten. Wie bi de meisten Höf staht de Böhm an Rand von Hoff an de Straat. Wenn nu aber Twieg von de olen Böhm an de Straat staht drög ward, denn bist verpflichtet, de afftosagen. Denn is dat dien Boom. Ick heff vör twee Johr extra een Firma mit Steiger kommen laten, hett mik öwer 600 Euro köst, sind je mien Böhm. All poor Johr ward wedder Twiege dröög. Wullt du dan Boom aber mal affsagen, weil du dat nich mehr betalen kannst, denn gehört he nich mehr dik, sondern denn bestimmt de Politik dorröber.

Wer will denn noch Böhm planten und jüm öwer Generationen groot warn laten?

Poor schöne „Traubeneeken“ har ik vör einige Johr bet’n dicht an de Straat plant, heff se jetzt affsagt, weil wenn se grood sind, drööge Twiege kriegt, wie dat betalen möt, mik gehört se je. Ole Morsche Böhm affsagen dat bestimmt je de Baumschutzsatzung. Wie ward in Tokunft de Dörörper utsehn, wenn dor keen Böhm mehr plant ward.

Leewe Politiker ut de Stadt, troot dan mündigen Bürger mehr to, regelt nich alles dörch Paragraphen. De Verwaltung hett veel Arger dormit. Wenn denn mal een Boom affsagt ward, wat ik nich wünsch, sind andere bestimmt dorvör bereit ehren Boom groot warn to laten. Möt jü denn alles in Gesetze regeln? Makt uns schöne Dörper mit ehr 200 Jährigen Eeken nich kaputt.

Carl-Friedrich Bautsch lebt in Groß Hesebeck, ist ein Kenner der hiesigen Geschichte und Plattsnacker aus Leidenschaft.

Von Carl Friedrich Bautsch

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