Strecke von Uelzen nach Lüneburg für 90 Minuten voll gesperrt / Metronom setzt Busse ein / Nur Sprengung möglich

Bombe bremst hunderte Bahnreisende aus

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Explosives Fundstück: Die Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg war am Mittwochnachmittag im Neubaugebiet „An der Wittenberger Bahn“ bei Arbeiten entdeckt worden. Sie wurde kontrolliert gesprengt, weil der Zünder nicht entfernt werden konnte.

nre Uelzen/Lüneburg. Hunderte Bahnreisende, die am späten Mittwochabend auf der Strecke zwischen Uelzen und Lüneburg unterwegs waren, erreichten ihre Ziele verspätet.

Der Grund: Die am Nachmittag in Lüneburg in einem Neubaugebiet entdeckte Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Für eine noch für den gleichen Tag angekündigte Entschärfung des explosiven Fundes mussten nicht nur rund 650 Bewohner der Salzstadt ab 20 Uhr ihre Häuser und Wohnungen verlassen (AZ berichtete), auch die Bahnstrecke wurde voll gesperrt – sie lag innerhalb der 500 Meter um den Fundort ausgewiesenen Sperrzone.

Wie das Uelzener Bahnunternehmen Metronom, das auf der Strecke verkehrt, gestern auf Nachfrage erklärte, seien Züge ab 22.45 Uhr von Uelzen aus nur noch bis Bienenbüttel gefahren. Von dort aus seien Reisende mit Bussen nach Lüneburg gebracht worden. Auch in der anderen Richtung sei so der Weitertransport sichergestellt worden. Nach Auskunft von Unternehmenssprecher Björn Pamperin seien rund 400 bis 500 Fahrgäste betroffen gewesen.

Ein ICE der Deutschen Bahn, dessen Ziel Lüneburg war, hatte in Bienenbüttel 50 Minuten zu warten. Weitere Schnellzüge, so Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis, seien über Rotenburg/Wümme umgeleitet worden. Das habe zur Folge gehabt, dass sich die Fahrt um rund 30 Minuten verlängert habe. Ein Schienenersatzverkehr sei nicht eingerichtet worden. Die Strecke wurde gegen 0.20 Uhr wieder freigegeben, als die Bombe, anders als ursprünglich geplant, kontrolliert gesprengt worden war, wie Polizeisprecher Kai Richter der AZ sagte. „Für eine Entschärfung hätte der Zünder abgenommen werden müssen, das war in diesem Fall aber nicht möglich“, so Richter. Für die Evakuierung der Lüneburger, ihre Betreuung und für das Sperren der Bahnstrecke seien rund 280 Einsatzkräfte am Mittwoch unterwegs gewesen.

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