Stadt Uelzen spart bei der Grünflächen-Pflege – erste Folgen sind sichtbar

Bolzplatz wird zum Urwald

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Der Bolzplatz „An der Helde“ ist von Gräsern überwuchert – eine Folge der Einsparungen bei der Grünpflege.

Uelzen. Einst war sie ein Bolzplatz, jetzt wirkt sie wie ein kleiner Urwald. Hüfthohe Gräser wuchern auf der Wiese neben der Straße „An der Helde“ in Uelzen. Fußball spielen ist dort unmöglich.

Doch auch andere öffentliche Grünflächen in der Uhlenköperstadt sind sehr ungepflegt. Löwenzahn und Brennnesseln sprießen am Wegesrand nahe der Katzenbuckelbrücke, und vor der Basketball-Anlage am Amtsgericht herrscht kniehoher Wildwuchs. Die Folgen des städtischen Sparkurses bei der Pflege von Grünflächen – dort sollen die Ausgaben in diesem Jahr um rund 256 000 Euro gesenkt werden (AZ berichtete) – sind unübersehbar.

„Früher wurde hier noch einmal in der Woche gemäht. Seit diesem Jahr passiert aber gar nichts mehr“, klagt ein Nachbar des Bolzplatzes „An der Helde“ im AZ-Gespräch. Und ein anderer Anwohner ärgert sich: „Hier ziehen immer mehr Kinder hin. Doch die können wegen des hohen Grases nicht mehr bolzen.“

Die Stadt Uelzen habe das neue Sparkonzept zur Grünflächen-Pflege weitgehend umgesetzt, sagt Sprecherin Ute Krüger. „In vielen Bereichen werden Rasenflächen künftig nur noch einmal im Jahr gemäht. Nicht davon betroffen sind Wegesränder.“ Die Auswirkungen zeigen sich unter anderem in den Ilmenauwiesen, wo einige Gräser bis zu einem Meter hoch sind.

Außerdem werden die jährlichen Pflegedurchgänge in der Innenstadt von vier auf zwei reduziert. Eine weitere Sparmaßnahme: „Nur noch die Kübel in den Marktstraßen werden mit Sommerblumen bepflanzt. Auf den Flächen am Bahnhof und am Rathaus werden Blumenmischungen für Blüher im Herbst gesäht, nicht mehr gepflanzt“, schildert Krüger.

Darüber hinaus hat die Stadt rund 90 von 310 Papierkörben auf Spielplätzen und in Grünanlagen entfernt. „Sie wurden dort abgebaut, wo sich in der Nähe weitere befinden“, sagt Krüger. Dagegen sei die Zahl der Abfallkörbe in stark besuchten Bereichen nicht verringert worden.

Die Stadt würde sich freuen, wenn noch mehr Bürger eine Grünpatenschaft übernehmen könnten. Derzeit pflegen im Stadtgebiet fast 700 Paten rund 105 000 Quadratmeter öffentliche Fläche. „Aufgrund der Haushaltslage sind wir dankbar für jedes ehrenamtliche Engagement in diesem Bereich“, betont Krüger. Übrigens: Über das Sparkonzept zur Grünflächen-Pflege wird der städtische Bau- und Umweltausschuss am 3. Juli noch einmal beraten.

Von Bernd Schossadowski

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