Feuerwerk verängstigt Vierbeiner / Uelzener Verein rät Besitzern dazu, Vorsorge zu treffen

Böllnern: Für Tiere der Horror

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Des einen Freud, ist des anderen Leid: Laute Silvester-Böller sind für Tiere der Horror.

Uelzen/Landkreis. Voller Vorfreude wird im Landkreis Uelzen der Jahreswechsel erwartet. Viele haben sich für den Start ins Jahr 2015 bereits mit Feuerwerkskörpern ausgestattet. Doch was des Menschen Freud ist, ist in diesem Fall des Tieres Leid.

Karin Rothe vom Uelzener Tierheim, hier mit Fundkater „Santa“, stellt sich mit ihren Mitarbeitern bereits auf Silvester ein. Erfahrungsgemäß werden wieder Tiere abgegeben, die aus Angst vor Böllern und Raketen ihren Besitzern davonlaufen.

Beim Uelzener Tierheim ist man auf die Ausnahmesituation für Tiere und Halter bereits vorbereitet. Karin Rothe, Erste Vorsitzende des Tierschutzvereins Uelzen, rechnet damit, dass schon am Silvesternachmittag ein bis zwei verängstigte Fundhunde, die durch die Knallerei das Weite gesucht haben, von der Polizei abgegeben werden. Dadurch, dass Tiere ein besserers Gehör als Menschen haben, reagieren die meisten Wild-, aber auch Haustiere verängstigt oder unter Umständen gar panisch auf das Spektakel am Himmel und vor allem auf das laute Knallen.

Wer mit seinem Hund heute Gassi geht, sollte insbesondere bei einem ängstlichen oder schwer einschätzbaren Tier daran denken, den Vierbeiner nur an der Leine zu führen. Karin Rothe rät sogar dazu, diese Sicherheitsvorkehrungen bereits vor Mitternacht und auch zwei Tage später noch zu treffen, um im Falle der Begegnung mit Feuerwerkskörpern ein schreckhaftes Weglaufen zu verhindern.

Was das Zuhause betrifft, rät Karin Rothe den Tierhaltern dazu, in der Silvesternacht nach Möglichkeit die Räume abzudunkeln, indem zum Beispiel die Rolläden heruntergelassen werden. Ihr Geheimtipp für Tierfreunde: Eine DVD oder CD abspielen, die die Geräusche von draußen übertönt und das Tier vom Trubel ablenkt. Aber Vorsicht bei Radio oder Fernsehen, denn hier werden auf vielen Kanälen Feuerwerke live übertragen. Speziell Katzenhaltern empfiehlt es sich, das Tier am besten in Ruhe zu lassen und ihm auch die Möglichkeit zu gewähren, sich zu verkriechen. Freigänger sollten Silvester ab mittags im Haus gehalten und erst einen Tag später wieder nach draußen gelassen werden.

Generell legt Karin Rothe Tierbesitzern ans Herz, an Silvester für das Tier da zu sein und gerade ängstliche Tiere auf keinen Fall während des Feuerwerks allein im Haus oder gar nach draußen zu lassen. Die Sorge um das Tier solle aber nicht dazu führen, es übermäßig zu trösten oder zu bedauern, denn das führe bei den Tieren erst recht zu Ängstlichkeit. Um Silverster trotz allem so angenehm wie möglich zu gestalten, könnten Halter Freunde einladen, die auch Tiere haben und diese mitbringen. Gemeinsam sollte dann versucht werden, „das Silvester draußen zu lassen“, appelliert Rothe an die Tierfreunde.

Von Sophie Borm

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