Polizei gibt Tipps für den richtigen Umgang mit Silvester-Feuerwerk

Böllern auf Nummer sicher

Bevor das Feuerwerk steigen kann, sollten wichtige Dinge im Umgang mit Böllern und Raketen beachtet werden. Foto: dpa

ib Uelzen/Landkreis. Was für die einen faszinierend ist, wird für andere leicht zum Alptraum: Durch Unachtsamkeit und leichtsinniges Hantieren, zum Teil auch unter Alkoholeinfluss, haben Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei an Silvester Hochbetrieb – auch immer wieder im Landkreis Uelzen.

„In den letzten Jahren gab es immer wieder auch Brände, die gelöscht werden mussten“, sagt Nicole Winterbur, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Lüneburg, „und es mussten Verletzungen, die auf unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerk zurückzuführen waren, versorgt werden. “ Damit das Silvesterfeuerwerk ein schönes Erlebnis zum Abschluss des Jahres bleibt und nicht mit Verletzungen und Verbrennungen endet, bitten Polizei und Feuerwehr deshalb, die Vorschriften für den Verkauf und das Abbrennen von Feuerwerkskörpern zu beachten.

Das fängt schon beim Einkauf an: Nicht zugelassene und gefälschte Feuerwerkskörper gelangen zunehmend durch illegale Einfuhr nach Deutschland. Zu kurze Zündschnüre oder eine mangelhafte Verarbeitung sind nur einige Gründe für die Gefährlichkeit der Billigware. Winterbur rät: „Generell sollte nur Feuerwerk mit der Zulassung von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) gekauft werden.“

Das Angebot an Feuerwerkskörpern ist reichhaltig. Tüftler sollten deshalb auf eigene „Basteleien“ verzichten, denn das Hantieren mit Schwarzpulver ist hochgefährlich. Was unterschätzt wird: Bereits durch Stöße, Reibung, Elektrostatik oder jede Art von Zündquellen kann es zu explosiven Reaktionen kommen. Deshalb sollte nur soviel Pyrotechnik gekauft werden, wie an Silvester auch abgebrannt wird.

Beim Abfeuern gilt: Feuerwerkskörper nie auf Menschen richten, Raketen und Böller immer im Freien und niemals aus der Hand abbrennen! Außerdem dürfen Raketen grundsätzlich nur senkrecht und aus sicheren Behältern abgefeuert werden, wie zum Beispiel aus leeren Flaschen im Getränkekasten. „Sie dürfen niemals in geschlossenen Räumen gezündet werden“, warnt die Polizei-Sprecherin aus Lüneburg. Und falls Feuerwerkskörper einmal versagen, sollte man niemals versuchen, sie erneut zu zünden. Blindgänger lieber liegen lassen und zur Sicherheit mit einem Wassereimer löschen.

Neben Verbrennungen ist die zweithäufigste Verletzung beim Feuerwerk der Hörschaden. Experten wissen: Diese Gefahr wird häufig unterschätzt, da der Schaden wegen der kurzen Dauer des Geräusches oft nicht als schmerzhaft empfunden wird. Wer also Langzeitschäden wie Knalltraumata, Trommelfellperforation oder Hörstürze vermeiden möchte, sollte Silvester Ohrstöpsel dabei haben.

Auch zum Umgang mit Leuchtmunition aus Schreckschusswaffen gibt Nicole Winterbur Tipps: „Das Verschießen von pyrotechnischer Munition aus erwerbserlaubnisfreien Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen ist vom eigenen, eingezäunten Grundstück ohne eine waffenrechtliche Erlaubnis zulässig.“ Dies gelte allerdings nur dann, wenn es den Vorgaben der Verwendungssicherheit – also Schießen senkrecht nach oben und nicht in der Nähe von leicht brennbaren Objekten – entspreche. „Wer zur Silvesterfeier bei einem Bekannten eingeladen ist, darf auch vom dortigen Grundstück schießen, wenn der Inhaber des Hausrechts hierfür seine Zustimmung erteilt.“

In allen anderen Fällen ist das Schießen mit erwerbserlaubnisfreien Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen außerhalb einer genehmigten Schießstätte auch an Silvester grundsätzlich nicht erlaubt. Dies gilt auch für die Erlaubnisinhaber eines Kleinen Waffenscheins, da die Erlaubnis lediglich zum Führen der Waffe, aber nicht zum Schießen außerhalb von Schießstätten berechtigt.

Übrigens: Seit dem 1. Mai 2009 ist die Nutzung von sogenannten Himmelslaternen – unbemannte Heißluftballone aus Reispapier – untersagt. „Grund für dieses Verbot ist die große Gefahr, die von dem brennbaren Material und der offenen Flamme ausgeht, denn hierdurch kann am Landepunkt ein Feuer ausgelöst werden“, warnt Winterbur.

Kommentare