Hamburger Streifenbeamte setzen Mini-Kameras ein – Niedersachsen wartet ab

Bodycams im Polizei-Test

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Auf die Schulter geschnallt dokumentieren so genannte Bodycams den Einsatz der Streifenbeamten.

Uelzen. Die Hamburger Davidwache beginnt mit dem Einsatz von Mini-Videokameras, die an den Uniformen von Polizisten befestigt werden. Die so genannten Bodycams sollen Gewalttäter abschrecken und im Ernstfall Beweise sichern.

„Ich persönlich befürworte das“, sagt Ralf Munstermann, Leiter des Streifendienstes bei der Uelzener Polizei. Denn auch auf dem Lande hätten „Respekt und Achtung vor der Polizei gefühlt abgenommen“.

Gerade in Wochenendnächten sinkt mit dem Alkoholkonsum auch die Hemmschwelle, Beamte sehen sich verbalen und auch körperlichen Angriffen ausgesetzt. „Andere Polizeien haben beim Einsatz dieser Kameras die Erfahrung gemacht, dass die Kommunikation einfacher und geordneter abläuft, wenn der Beamte darauf hinweist, dass der Vorgang aufgenommen wird“, weiß Munstermann. „Außerdem wird einem dann ziemlich schnell klar, dass man bei der Wahrheit bleiben sollte.“

Auch die Deutsche Polizeigewerkschaft DPolG befürwortet die Minigeräte. Bodycams würden weltweit mit großem Erfolg laufen und für sinkende Verletzten- und Beschwerdezahlen sorgen, heißt es. Allerdings würde die Gewerkschaft die kleinen Kameras gerne auch in Wohnungen sehen, wo es nach Familienstreit und Ruhestörungen oft zu Gewalt gegen Polizisten komme. Doch dagegen gibt es datenschutzrechtliche Bedenken.

Das Land Niedersachsen will zunächst Erfahrungen aus anderen Bundesländern abwarten und dann eine Einführung prüfen.

Von Thomas Mitzlaff

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