Kampf um Arbeitsagentur: Ministerin von der Leyen fordert Eigeninitiative

Blume soll’s richten

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Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen informierte sich an der Woltersburger Mühle über das Arbeitslosenprojekt von Gerard Minnaard (rechts). Heiko Blume (links) appellierte bei der Gelegenheit an sie, die Uelzener Agentur für Arbeit zu erhalten.

Uelzen. „Ihre Position ist jetzt gefragt im Verwaltungsrat.“ Das Problem selbst anzupacken, empfahl gestern Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen bei ihrem Besuch auf dem Gelände der Woltersburger Mühle dem Uelzener Landratskandidaten Heiko Blume (CDU).

Sie ermunterte ihn in seiner Funktion als Vertreter des Landrates, sich für den Erhalt des Agentursitzes in Uelzen einzusetzen. Die Entscheidung des Verwaltungsrates der Bundesagentur für Arbeit zur Neuordnung der einzelnen Agentur-Standorte, die am 23. September fallen soll, basiere auf den Kriterien, die die einzelnen Verwaltungsräte vorgeben. Landrat Theodor Elster hat einen Sitz im Verwaltungsrat der Agentur Uelzen/Lüchow-Dannenberg.

Blume nutzte die Gelegenheit der Wahlkampfveranstaltung der CDU, die Bundesministerin über die Resolution des Kreisausschusses zur Organisation der Agenturen für Arbeit zu informieren. Er machte deutlich, dass der Standort der Verwaltung der Agentur in Uelzen nicht nach Lüneburg umziehen darf. „Für uns als Landkreis ist es sehr sehr wichtig, dass wir den Sitz erhalten.“ Der demografische Wandel bewege die Region. „Ich bin ganz klar für die Erhaltung und ich werde das auch persönlich mit aller Kraft unterstützen und dafür kämpfen“, erklärte Blume. Unabhängig von seiner Position im Verwaltungsrat wolle er an die Unterstützung ihres Ministeriums appellieren.

Von der Leyen besichtigte bei ihrem Besuch in Uelzen das Arbeitslosenprojekt von Gerard Minnaard, Leiter des Vereins Integration durch Arbeit (IDA). „Das funktioniert nur mit den drei Faktoren – der Kreishandwerkerschaft, der Agentur für Arbeit und Gerard Minnaard“, hob Blume die enge Zusammenarbeit dieser drei Komponenten hervor. Von der Leyen sprach mit Minnaard über Fördermöglichkeiten für das Projekt. Anträge für Mittel für die Produktionsschulevon IDA müssten auch in Zukunft unproblematisch sein. Sie empfahl ihm außerdem, Langzeitarbeitslose künftig über das Modell „Arbeit durch Qualifizierung“ anzumelden, da die Menschen auf dem Gelände der Woltersburger Mühle angelernt werden und nach Angaben von Minnaard anschließend 70 Prozent der Arbeitslosen in Arbeit vermittelt werden können. Wenn er mit den Anträgen keinen Erfolg hat, ,,müssen wir uns mit der Agentur zusammensetzen“, sagte sie.

Für einen weiteren Bereich auf der Woltersburger Mühle möchte die Bundesministerin sich einsetzen. Minnaard erläuterte die Pläne, auf dem Gelände zwei Ponys zu halten. Von der Leyen möchte ihn unterstützen: „Vielleicht muss man sie gar nicht kaufen, vielleicht kriegt man sie auch geschenkt, das sollte man auch bedenken“, sagte sie zu dem IDA-Chef und versprach, die Idee mit nach Berlin zu nehmen.

Die Mühle war für die Union eine Station auf ihrer zweitägigen Radtour durch den Landkreis. Heute halten die Kommunalpolitiker im Biergarten des Gasthauses Lüllau in Ebstorf. Ab 16.30 Uhr ist dort Kultusminister Bernd Althusmann zu Gast.

Von Diane Baatani

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