Länderübergreifende Radarkontrollen gestern stimmen Polizei zuversichtlich

Das Blitzgewitter blieb aus

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„Wir sind über das Ergebnis sehr erfreut“: Die beiden Polizeihauptkommissare Andreas Dobslaw aus Uelzen (rechts) und André Kriegbaum aus Salzwedel hatten gestern die Federführung über die länderübergreifenden Radarkontrollen.

Uelzen/Landkreis. Sie ist das Sorgenkind der Ordnungshüter schlechthin: die Bundesstraße 71, die durch drei Landkreise führt, und eine der Bundesstraßen ist, die im Vergleich zu anderen die meisten Unfälle mit Todesopfern zu verzeichnen hat.

Gestern Vormittag hat die Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen zusammen mit der Polizei Sachsen-Anhalt auf der Strecke sechs Stunden lang eine länderübergreifende Geschwindigkeitskontrolle durchgeführt.

Der erste Trend, der sich bereits nach den ersten beiden Stunden der Kontrolle abzeichnete, hielt bis zum Abend an: „Im Verkehr gab es keine Hektik“, bilanziert Andreas Dobslaw, Verkehrsexperte der hiesigen Polizei, nach Abschluss der konzertierten Aktion. Insgesamt wurden auf niedersächsischem Terrain 47 Geschwindigkeitsverstöße verzeichnet, darunter ein Fahrverbot für einen Raser, der mit 145 km/h unterwegs war. „Wir sind über das Ergebnis sehr erfreut und stellen fest, dass bei den Autofahrern offensichtlich das Bewusstsein einkehrt, dass diese Strecke ihre Probleme hat.“ Insgesamt wurden auf der Strecke bei rund 8000 erfassten Fahrzeugen 169 erwischt, die zu schnell waren.

Neben den sieben „Starenkästen“ auf dem niedersächsischen Teil der B 71 waren gestern zusätzlich drei mobile Blitzer-Teams im Einsatz – in Rassau, Groß Ellenberg und bei Kreyenhagen. „Die intensive Verkehrsüberwachung“, sagt der Verkehrsexperten, „hat in der Vergangenheit bereits Wirkung gezeigt.“ Und sie sei im Grunde auch das einzige Mittel, das zur Verfügung stünde, um die Unfallzahlen in den Griff zu bekommen, denn: „Baulich bietet sich auf der B 71 nichts an“, so Dobslaw.

Die Strecke sei zwar bei weitem nicht so viel befahren wie die Bundesstraße 4, dennoch werde die B 71 von vielen Pendlern zwischen Salzwedel und Uelzen genutzt, weiß der Verkehrsexperte. Und in vielen Abschnitten habe die Bundesstraße ihre Tücken, sagt er und nennt bei Hanstedt II eine Kuppe als Beispiel, die für Unübersichtlichkeit sorgt, sowie eine weitere Anhöhe bei Kreyenhagen, die zu brenzligen Situationen – vor allem beim Überholen – führen kann.

Umso unverständlicher für die Polizei ist deshalb ein trauriger Geschwindigkeitsrekord, der bislang auf der B 71 gemessen wurde: Mit 183 Stundenkilometern war ein Autofahrer im September dieses Jahres in die Radarfalle gerast. „Das ist rational gar nicht mehr zu verstehen“, schüttelt Andreas Dobslaw angesichts solcher Messungen verständnislos den Kopf. Seit 2008 sind im B-71-Abschnitt Uelzen bis zur Landesgrenze Sachsen-Anhalt acht Verkehrsteilnehmer zu Tode gekommen. Allein vier davon seien im Bereich Groß Ellenberg verunglückt, macht Dobslaw die Bedeutung dieses Unfallschwerpunktes deutlich. Und auch wenn sich die Verstöße gestern im Rahmen hielten – diese Messung war nicht die erste und sie wird auch nicht die letzte gewesen sein, betont er. „Wir werden hier weiterhin ganz massiv kontrollieren.“

Von Ines Bräutigam

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