Blitzermarathon der Polizei wird heute fortgesetzt / Dobslaw: „Keine Abzocke“

Kontrollen an den Brennpunkten

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8000 Blitzer-Kontrollen in ganz Deutschland, vier im Landkreis Uelzen: Überhöhtes Tempo ist die Todesursache Nummer eins auf den Straßen und macht auch vor Ländergrenzen nicht halt.

Groß Liedern/Landkreis. 8000 Blitzer-Kontrollen in ganz Deutschland, vier im Landkreis Uelzen: Überhöhtes Tempo ist die Todesursache Nummer eins auf den Straßen und macht auch vor Ländergrenzen nicht halt.

Deshalb fand gestern erstmalig ein bundesweiter Blitzmarathon statt, der heute fortgesetzt wird.

Andreas Dobslaw

Im Rahmen der Ständigen Konferenz der Innenminister und -senatoren im Mai in Hannover hatten sich die Minister und Senatoren darauf geeinigt, mit der Aktion gemeinsam ein Zeichen für noch mehr Sicherheit im Straßenverkehr zu setzen. Polizeihauptkommissar Andreas Dobslaw, Geschäftsführer der Unfallkommission, lobt den Blitzmarathon: „Durch die Intensivierung der Geschwindigkeitsüberwachung haben wir die Zahl der Toten seit dem Jahr 2010 halbiert und damit die Vorgaben der Europäischen Union im Landkreis Uelzen erreicht.“An fünf Orten im Landkreis Uelzen standen die Beamten der Polizei: in Groß Ellenberg, an der Kreuzung L 270 und B 4 bei Hambrock, an der L 233 bei Ebstorf und vor Jelmstorf. „Gerade Jelmstorf betrachten wir seit vier Jahren mit sorgenvollen Blicken seitens der Unfallkommission“, sagt Dobslaw auch in Hinsicht auf den schweren Unfall mit dem Audi R 8 vor einem Monat. Besonders die Einfahrtsgeschwindigkeit aus Richtung Uelzen haben die Beamten im Auge. „Ich bin guter Dinge, dass wir das hinbekommen“, hofft der Polizeihauptkommissar.

Für entschärft hingegen hält er den Bereich an der L 233, seitdem dort Tempo 80 gilt und ein Blitzer steht. „Die 3,4 Kilometer waren sehr unfallträchtig“, weiß Andreas Dobslaw.

Gerade außerhalb der Städte und Ortschaften passieren in Niedersachsen 70 Prozent aller Verkehrsunfälle mit Todesopfern. Die Orte, an denen die Geschwindigkeit gemessen wird, werden im Vorfeld von der Polizei bekannt gegeben. Die Wirkung und Transparenz der polizeilichen und kommunalen Verkehrsüberwachungsmaßnahmen stehen dabei im Vordergrund. „Uns geht es vor allem um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer und nicht um finanzielle Einnahmen“, so Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius. Das unterstreicht auch Dobslaw: „Wenn man die Leute abzocken wollen würde, dann würden wir nicht die Orte im Internet veröffentlichen.“ Es handelt sich um Unfallschwerpunkte im Kreis.

Beim letzten Blitzmarathon gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen waren in Niedersachsen rund 750 Polizeibeamte im Einsatz gewesen und haben dabei an 511 Kontrollorten über 167 000 Fahrzeuge kontrolliert. Zu schnell waren dabei bei 3,4 Prozent. Aktuelle Ergebnisse gab es noch nicht.

Von Jörn Nolting

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