Heinz-Werner Lehmann präsentiert einen „etwas anderen Opernführer“

Blick hinter den Vorhang

Uelzen. Wenn er die Stimme erhebt, wird es schlagartig still im Saal. Denn Heinz-Werner Lehmann spricht nicht nur pointiert und wortgewaltig von Freischütz oder Zauberflöte. Er zelebriert seinen Vortrag, er lebt ihn geradezu.

Immer wieder fasziniert er sein Publikum mit Gesangseinlagen, schließlich ist der 70-Jährige ausgebildeter Heldentenor. Seit nunmehr sechs Jahren begeistert er mehr als 600 Menschen im Kreis Uelzen für die Oper, seine Opernsoirees in Bad Bevensen sind ausverkauft, seine Auftritte beim Uelzener Adventskalender am Alten Rathaus schon legendär. Ihm zu lauschen, ist faszinierend – und genauso spannend ist es, ihn zu lesen.

Denn jetzt hat Heinz-Werner Lehmann einen Opernführer herausgebracht. Keines jener üblichen Werke, von denen es schon viele gibt und die den Leser „nur“ in die jeweiligen Aufführungen einführen. Der pensionierte Chef der Uelzener Versicherung hat einen anderen Ansatz gewählt, er nennt das Buch deshalb den „Etwas anderen Opernführer“. Denn geschrieben sind die einzelnen Kapitel aus der Sicht eines Opernsängers. Dieser spricht die Leser auch schon mal direkt an, schildert die besonderen Ansprüche, die bestimmte Stücke an ihn stellen, und seine ganz persönliche Einschätzung der Werke von Mozart und Rossini, Verdi und Puccini.

Zu gerne hätte Heinz-Werner Lehmann seine große Leidenschaft zu seinem Beruf gemacht, „doch aus wirtschaftlichen Gründen habe ich mich schließlich anders entschieden“, schildert er gestern bei der Präsentation des Werkes, das in Uelzen bei der C. Beckers Buchdruckerei verlegt wurde. Stattdessen ging er in die Versicherungsbranche und leitete insgesamt 29 Jahre die Uelzener Versicherung.

Derweil macht sein Jugendfreund Carl-Henning Steinhaus als Opernsänger Karriere. „Ich hatte damals in der Nachkriegszeit einige wenige Schallplatten und habe ihn dazu gebracht, dass er sich die anhörte“, erinnert sich Lehmann schmunzelnd. Von da an war sein Freund „infiziert“. Im „Etwas anderen Opernführer“ schreibt Steinhaus als Vorwort einige persönliche Gedanken: Heinz-Werner Lehmann verschaffe dem Leser durch den ungewöhnlichen Blickwinkel „einen Aufhänger, sich individuell in ein Operngeschehen einzufühlen“, heißt es darin.

33 Opern sind in dem Buch auf diese Weise beschrieben, Heinz-Werner Lehmann hat selbst schon geschätzt 3000 Vorstellungen besucht...

Den etwas anderen Opernführer gibt es ab sofort in der Geschäftsstelle der AZ und im Reisebüro Bodenstedt.

Von Thomas Mitzlaff

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