Beim Thema „Agrar und Umwelt“ nimmt der Umweltminister die grüne Politik aufs Korn

Birkner predigt gemeinsame Arbeit

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Grenzte die Landespolitik seiner Partei vom Hickhack der Bundes-FDP ab: Umweltminister Stefan Birkner in der Stadthalle Uelzen.

Uelzen. „Gemeinsam“ war das wichtigste Wort für Umweltminister Dr. Stefan Birkner am gestrigen Vormittag in der Uelzener Stadthalle. Das Thema, zu dem der FDP-Landtagskandidat Rainer Fabel eingeladen hatte, versprach Zündstoff: „Agrar und Umwelt – ein Widerspruch?“ hieß es.

Gemeinsam, so das stets wiederkehrende Wort, wollen die FDP und Stefan Birkner mit den Landwirten die Fährnisse von Umwelt und Agrarwirtschaft angehen.

Das gefiel den anwesenden Landwirten der Region. „Wir wollen Agrar- und Umweltpolitik mit den Betroffenen auf Augenhöhe gestalten“, so der Umweltminister. Und er machte deutlich, wen er für den klaren Gegner und Verhinderer der Agrarwirtschaft hält: „Für die Grünen ist der ländliche Raum eher ein Verwaltungsobjekt – oft auch eine Art Museum, das konserviert werden soll“. Und das, so weiß er, ist den Landwirten eben nicht recht. Er malt, wie auch vorher der örtliche Spitzenkandidat Fabel, eine übermäßige Bürokratisierung als Feindbild aus. Und mit ihr Naturschützer und Grüne. Fabel kritisierte schon in der Begrüßung, dass Naturschutzbestimmungen, die auch von den Grünen durchgesetzt worden sind, zum Gegenteil dessen führten, was eigentlich von Naturschützern gewollt wäre, nämlich kleine, ökologisch bauende Betriebe.

„Kleinere Höfe schließen, Schlachter müssen sich ihre Schweinehälften von weit her holen, das ist die Folge von zu viel Verordnungen“, sagte Fabel. Höhere Anforderungen, zusätzliche Gutachten: „All das kostet zusätzlich Geld und Aufwand. Damit rentieren sich größere Betriebe erst ab 1000 oder 2000 Mastschweinen“, so der Landtagskandidat.

So wurde die Veranstaltung der FDP durch seine Themenwahl und die Haltung der liberalen Partei zunehmend zu einem Schützenfest mit den Grünen als Schießbudenfigur. „Die Grünen haben ein romantisches Bild von der Landwirtschaft“, sagte Stefan Birkner. Wenn die sagten, vor 50 Jahren wäre die Landwirtschaft gut gewesen, vergäßen sie, „dass – im Gegensatz zu den Grünen – die Bauern darauf angewiesen sind, betriebswirtschaftlich zu arbeiten.“

Von Kai Hasse

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