Christian Bahr fordert Dialog mit Politik, BBM und Verwaltung über Ausrichtung und Abgaben

Bevenser Gastgeber will mitreden

Bad Bevensen. „Es geht nicht darum, sich gegenseitig zu zerfleischen, sondern konstruktiv miteinander zu arbeiten“, sagt Christian Bahr.

Gemeinsam mit seiner Partnerin Anja Struve vermietet er drei Ferienhäuser in Bad Bevensen, und eines betrachten beide mit Sorge: Die fehlende Kommunikation und Kooperation zwischen Politik, Verwaltung, Bad Bevensen Marketing GmbH (BBM) und den Vermietern hinsichtlich Abgabesituation und touristischer Entwicklung Bad Bevensens.

In einem sechsseitigen Fragenkatalog, den beide per E-Mail an die Stadtratsmitglieder verschickt haben, fordern sie den Dialog – und zwar über die bereits erfolgten und geplanten Erhöhungen von Kurtaxe, Fremdenverkehrsabgabe, Gewerbesteuer und Grundsteuer (AZ berichtete) sowie über Strategien, wie einem Sinken der Gästezahlen entgegengewirkt werden kann.

„Als Dienstleister direkt am Gast haben die Vermieter stets Auge und Ohr dichter am Gast als die Verwaltung, der Stadtrat oder die BBM. Wir wünschen uns hierzu mehr Kooperation mit dem Stadtrat, der Verwaltung und der BBM. Gemeinsam kann viel mehr erreicht werden“, schreibt Bahr. So hätten viele Gäste der Kurstadt beispielsweise kein Verständnis dafür, dass die Kurtaxe erhöht wurde und sie parallel dazu eine „bereits fünfjährige Dauerbaustelle mit offenem Ende“ und „einen Schildersalat, den es wohl sonst nirgends gibt mit der Instinktlosigkeit“ vorfinden. Auch die, wie er formuliert, „abstrusen Visionen vom 40-jährigen zahlungskräftigen Gast“, den man für Bad Bevensen gewinnen wolle, gingen laut Bahr an der Realität vorbei und vertrieben eher das „wirkliche Publikum“ Bad Bevensens. „Dabei ist der demografische Faktor voll auf unserer Seite. Wir hätten eine traumhafte Ausgangsposition, aber wir machen sie mit teuren Mitteln kaputt“, argumentiert er und plädiert für einen offenen Dialog aller Beteiligten – am besten in Arbeitskreisen, zu denen Gastgeber und Gewerbetreibende unabhängig von Vereins- oder Verbandszugehörigkeit eingeladen werden. Bisher würden viele Informationen nur über Wirtschaftsverbände wie Werbegemeinschaft, „Wirtschaft und Tourismus“ und Dehoga verbreitet, worin nicht alle Betroffenen organisiert seien. „Dann debattiert man darüber, wer für wen sprechen darf, anstatt über die Sache an sich zu reden“, bemängelt Bahr. „Ich wünsche mir einen regelmäßigen Informationsaustausch in beide Richtungen. Die Vermieter sollen ihre Ängste und Sorgen formulieren und die Politik ihre Standpunkte erklären können.“

Von Wiebke Brütt

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