„Schockanrufer“ schlagen wieder in Uelzen zu / Opfer 82 Jahre alt

Beute: Schmuck und Geld

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ib Uelzen. Vor sogenannten „Schockanrufern“ warnt die Polizei, wie berichtet, seit Frühjahr vergangen Jahres. Denn seit mehr als einem Jahr agieren bundesweit mehrere vermutlich litauische Tätergruppen mit diesen Anrufen.

Am Montagabend schlugen die Täter erneut in Uelzen zu: Gegen 17 Uhr rief ein Mann eine 82-jährige Seniorin an, der sich auf Russisch als ihr Sohn ausgab und angeblich durch eine Verletzung nur undeutlich sprechen könne. Darüber hinaus solle auch ein kleines Mädchen verletzt worden sein, sodass der Sohn dringend Geld bräuchte, damit die Eltern von einer Strafanzeige absehen würden.

Kurze Zeit später erschien ein Unbekannter an der Wohnung der Seniorin und ließ sich von ihr mehrere hundert Euro Bargeld und Schmuck aushändigen.

Anfang Oktober 2012 hatte die litauische Tätergruppe bereits schon einmal in der Region Uelzen zugeschlagen. Insgesamt fünf Mitbürger wendeten sich an die Polizei und gaben an, dass sie nachmittags beziehungsweise abends einen Anruf in russischer Sprache bekommen hätten. Betroffen waren vor allem Senioren – die Opfer waren im Alter von 55, 65, 73, 85 und 92 Jahren – die alle im Uelzener Stadtgebiet wohnen.

Die Anrufer gaben sich in den Fällen unter anderem als Rechtsanwalt aus und teilten mit, dass ein Angehöriger einen Verkehrsunfall gehabt hätte und dieser dringend Geld für eine Schadensregulierung bräuchte. In einem der Fälle wurde auf das Anliegen eingegangen, sodass es noch am Abend im Bereich der Luisenstraße in Uelzen zu einer Übergabe von einigen tausend Euro gekommen war (die AZ berichtete). Die Polizei geht davon aus, dass es sich bei den damaligen Tätern und denen von Montagabend um dieselbe Gruppe handelt.

Hinweise auf die Täter nimmt die Polizei Uelzen unter Telefon (05 81) 93 00 entgegen und warnt abermal eindringlich vor den „Schockanrufern“. In Zusammenarbeit mit der Diakonie hatte die Polizei einen Flyer mit Warnhinweisen in kyrillischer Sprache formuliert und in den Kirchengemeinden ausgelegt – weil sich die Täter vor allem Russlanddeutsche als Opfer aussuchen.

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