Uelzen mangelt es an günstigen Hotels – Engpass bremst Tourismus aus

Die Betten der Uhlenköperstadt werden knapp

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Der Radtourismus boomt in Uelzen, doch die Zimmer sind knapp. Anke Steffen rät Gästen darum, vor der Reise zu buchen.

Uelzen. Wenn die Heide blüht, wird es eng. Mit Schließung des Hotels „Stadt Hamburg“, des Stadthallenhotels und zuletzt des Gästehauses „Masters Home“ an der Johnsburg hat sich die Zahl der günstigen Übernachtungsmöglichkeiten in Uelzen drastisch verringert.

158 Betten kann das Team der Tourist- information derzeit vermitteln – rund 100 mehr waren es noch Ende vorigen Jahres.

Die Situation zwingt die Touristiker zum Handeln: Etwa 40 Briefe sind in diesen Tagen an die Vermieter von Gästezimmern und Ferienwohnungen versendet worden – mit der dringenden Bitte, ihre Übernachtungsmöglichkeiten im Gastgeberverzeichnis eintragen zu lassen. „Wir glauben, dass es während der Heideblüte, die ja derzeit startet, noch mal schwierig wird“, erklärt Anke Steffen, Leiterin der Uelzener Touristinformation, gegenüber der AZ. Und nicht nur dann: Bei größeren Events im Stadtgebiet müssen die Mitarbeiter immer wieder auf höherpreisige Unterkünfte oder solche weiter außerhalb verweisen. Urlaubern werde nun zudem empfohlen, schon im Vorfeld ihrer Reise eine Unterkunft zu buchen.

Die Engpässe, so Steffen, träfen die Uhlenköperstadt ausgerechnet in einem Moment, in dem sich ein Aufwärtstrend des Tourismusgeschäfts in der Region abzeichne: Beim Tag der Niedersachsen in Hildesheim habe man am Uelzener Werbestand einen regelrechten Ansturm auf die Angebote für Radler erfahren, sagt Steffen.

Trotzdem zögert sie, die neuen Rundtouren noch stärker anzupreisen: „Wenn sie etwas richtig bewerben wollen, müssen sie auch sicher sein, dass sie die Nachfrage bedienen können.“

Besonders beliebt sei Uelzen bei aktiven Reisenden ab 40 Jahren, die die Gegend zu zweit oder in der Gruppe, vorzugsweise mit dem Rad, erkunden. Wer für ein Zimmer mit Frühstück nicht mehr als 35 Euro ausgeben möchte, muss nun mitunter in den Ortsteilen weiter außerhalb nächtigen, manchmal auch in den umliegenden Gemeinden, was hin und wieder auch für zerknirschte Gesichter sorge, weiß Anke Steffen.

Dass noch immer Unterkünfte im Gastgeberverzeichnis fehlen, führt sie auf die kurze Verweildauer der Urlauber – die Regel sind ein bis zwei Nächte – zurück. Einige Unterkunftseigentümer würden darum lieber Arbeiter aufnehmen, die über einen längeren Zeitraum bei den großen Firmen beschäftigt sind. Die Touristikerin hofft nun, dass ein Umdenken eintritt. „Wir können nur besser werden, wenn wir mehr Unterkünfte haben. Die brauchen wir – ohne Frage.“

Von Anna Petersen

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