Immobilien- und Flächen-Besitzer profitieren von Niedrigzinsen: Durch große Kaufnachfrage steigen Preise

„Betongold“ ist im Kreis gefragt

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Eigentümer von Grundstücken im Glück: Die Preise sind im vergangenen Jahr gestiegen. Beflügelt wurde die Entwicklung von niedrigen Zinsen.

Uelzen/Landkreis. Es sind Zeiten, in denen sich Eigentümer von Flächen und Häusern im Landkreis Uelzen glücklich schätzen können: Der Verkauf lohnt sich. Seit Jahren steigen die Preise für Grundstücke und Immobilien nun schon.

Profitierten Eigentümer zunächst von einem überlaufenden Hamburger Grundstücksmarkt, sind es nun auch die niedrigen Zinsen, die Kaufanreize in der Region schaffen. Dabei sorgen die begrenzte Zahl an Immobilien und fehlende Neubaugebiete im Kreis Uelzen dafür, dass ein Kauf zusehends teurer wird, wie Viola Rickel, Vorsitzende des Gutachterausschusses für Grundstückswerte Lüneburg (GAG), schildert. Der GAG hat seinen aktuellen Grundstücksmarktbericht nun herausgegeben.

Grundstückpreise im Kreis Uelzen

Bad Bevensen: 64 Euro/qm²
Uelzen: 56 Euro/qm²
Bienenbüttel 50 Euro/qm²
Bad Bodenteich: 39 Euro/qm²
Suderburg: 28 Euro/qm²

In Zahlen ausgedrückt: Im vergangenen Jahr stiegen im Landkreis Uelzen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser um 6,3 Prozent. So wurden für den Quadratmeter Wohnfläche zwischen 620 und 1540 Euro gezahlt. Der durchschnittliche Kaufpreis eines freistehenden 38 Jahre alten Ein- oder Zweifamilienwohnhauses lag bei etwa 130 000 Euro. Steigerungsraten verzeichnete der Ausschuss auch bei Reihenhäusern (Plus 2,4 Prozent) und Eigentumswohnungen (Plus 3,8 Prozent).

Bei unbebautem Wohnland wurde im vergangenen Jahr ein Plus von 4,6 Prozent ermittelt. Je nach Lage im Landkreis waren unterschiedliche Quadratmeterpreise zu erzielen. Im Bad Bevensen wurden mit 64 Euro pro Quadratmeter die teuersten Grundstücke verkauft. Im Süden waren Grundstücke am günstigsten zu haben: Suderburg kam auf 28 Euro (siehe auf einen Blick).

Das Geld für den Kauf von Grundstücken und Immobilien ist billig zu bekommen. Die Zinsen sind nach wie vor niedrig. Das hat 2015 den Grundstücksmarkt in doppeltem Sinne beflügelt. Weil mit Geld auf Konten kaum Zinserlöse zu erzielen sind, investieren die Menschen in sogenanntes „Betongold“, erklärt Viola Rickel. Die Käufe leisten können sie sich wegen der niedrigen Zinsen. Die Käufer haben die Hoffnung, dass das Eigentum im Wert steigt. Die Idee funktioniert: „Im Kreis Uelzen sind Neubaugebiete Mangelware. Die Menschen greifen auf den Baubestand zurück“, so Rickel. Dieser sei begrenzt, was die Preise in die Höhe treibe.

Längst haben aber Unternehmen und Bauherren die Lage erkannt. Wie berichtet, entsteht im Stadtgebiet Uelzen vielerorts Wohnraum.

Von Norman Reuter

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