Bundespräsident Joachim Gauck empfängt Bohlsener in Berlin / Ideenaustausch unter den Siegerdörfern

Zu Besuch im Schloss Bellevue

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Strahlende Gesichter beim Empfang im Schloss Bellevue: Sarah Schulz, Bundespräsident Joachim Gauck und Otto Schröder.

Bohlsen. Nebenan wurde schon die Kaffeetafel zum Besuch von Altkanzler Helmut Schmidt gedeckt, als Sarah Schulz und Otto Schröder ins Schloss Bellevue marschierten.

Die Bohlsenerin und der Bürgermeister der Gemeinde Gerdau wurden neben weiteren Vertretern der Siegerdörfer des 24. Bundeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ vom Bundespräsidenten Joachim Gauck empfangen.

„Es ist schon etwas Besonderes, wenn das Engagement der Dörfer nochmal so gewürdigt wird“, schwärmt Schulz. Sie ist auch Mitglied der Arbeitsgruppe, die Bohlsen im vergangenen Jahr für den Wettbewerb fit machte. Im Rahmen des Empfangs, zu dem auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt gekommen war, sei noch einmal hervorgehoben worden, welche Bedeutung der Pflege der Dorfgemeinschaft zukomme. „Unsere Dörfer sind die Seele des ländlichen Raumes“, sagte Christian Schmidt in Berlin.

Aus allen Bundesländern hatten rund 2600 Gemeinden und Gemeindeteile mit überwiegend dörflichem Charakter am 24. Wettbewerb teilgenommen, deren bürgerschaftliche Engagement zur ökonomischen, sozialen und ökologischen Gesamtentwicklung des Dorfes bewertet wurde. In Niedersachsen gingen Bohlsen und Oberlangen als Sieger hervor.

Und wie ist er so, der Bundespräsident? „Man kann nett mit ihm sprechen“, verrät Otto Schröder. Allerdings: Viel Zeit zum Plaudern blieb den beiden nicht. „Das läuft da ja alles streng nach Protokoll ab“, berichtet Schulz. Ein Erinnerungsfoto, es wurden Reden geschwungen, ein Händedruck und weiter ging es zur Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen in Berlin, wo Bewohner der erfolgreichen Dörfer aus ganz Deutschland zum Austausch eingeladen waren. „Man kennt sich ja schon ein bisschen von der Siegerehrung“, sagt Sarah Schulz. „Man hört hier und da, was die anderen machen und auf die Beine stellen.“ Eine Idee hat es ihr besonders angetan: Ortsbewohner gestalteten Stühle, die später als „Galerie im Dorf“ in Szene gesetzt wurden. „Aber wir würden es wahrscheinlich anders machen – einfach, um es anders zu machen“, lacht die Bohlsenerin.

Überhaupt: „Wir sind ständig dabei, was zu tun“, berichtet Schröder über die aktuellen Entwicklungen im Dorf. Der Verein „Bohlser für Bohlsen“, in dem Bürger gemeinsam die Aufgaben des Alltags stemmen, sei nur ein Beispiel von vielen. Schröder: „In Bohlsen geht es immer weiter.“

Von Anna Petersen

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