Unklare Vorstellungen vom Beruf führen oft zu Ausbildungsabbrüchen / Quote soll durch Projekte sinken

Besser informiert in die Lehre

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Die Abbrecherquote steigt. Um so mehr sind Betriebe daran interessiert, dass die Schulabgänger die richtigen Vorstellungen von Berufen haben. Ausbildungsmessen helfen dabei.

Uelzen/Landkreis. Das Bündel an Maßnahmen, das die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade geschnürt hat, zeigt: Den Betrieben macht das Thema Ausbildungsabbrüche zu schaffen.

Frank Twele, Geschäftsbereichsleiter der beruflichen Bildung bei der Handwerkskammer, kann die laufenden Projekte runterbeten: Regelmäßig sind Vertreter der Kammer zusammen mit Mitarbeitern aus Firmen in den Schulen, um einzelne Ausbildungsberufe näher vorzustellen; verstärkt wird für Praktika in Unternehmen geworben; über die sozialen Netzwerke wird versucht, Jugendliche schon frühzeitig für die Berufswahl zu interessieren und ein sogenannter Matcher hilft Schulabgängern bei der Suche nach dem richtigen Ausbildungsplatz. All die Maßnahmen haben ein Ziel: Die Abbrecherquote soll gedrückt werden.

Frank Twele hält dies für dringend geboten, glaubt aber auch, dass eine Senkung möglich ist. Die gegenwärtige Situation sei jedenfalls alles andere als zufriedenstellend. Er hat Zahlen aus dem Jahr 2011 parat, die das Dilemma zeigen. 11,7 Prozent der Lehrlinge im Gebiet der Handwerkskammer haben vor Abschluss ihrer Ausbildung den Vertrag aufgelöst. Das waren 1769 junge Männer und Frauen. Gut ein Drittel, 576 Azubis, hat sich bereits in der Probezeit vom Ausbildungsbetrieb verabschiedet. „Daran wird deutlich, dass vor allem falsche Vorstellungen von einem Beruf der Grund für eine Vertragsauflösung sind“, so Twele. An diesem Punkt werde angesetzt, damit die Schulabgänger bei der Bewerbung auf eine Stelle ausreichend über die späteren Tätigkeitsfelder informiert seien. „Ein Ausbildungsabbruch“, so weiß Twele, „ist für beide Seiten, für den Lehrling wie für den Arbeitgeber, eine frustrierende Erfahrung, die vermieden werden sollte.

Von Norman Reuter

Mehr zum Thema Ausbildungsabbrüche lesen sie am Montag in der AZ.

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