Tod auf der B 71 – massive Anschuldigungen gegen alkoholisierten Fahrer

„Besoffen ins Auto rein“

Uelzen. Hätte der Tod der 17-jährigen Beifahrerin eines Motorrollers aus Hanstedt II auf der B 71 verhindert werden können? Dies behauptet zumindest ein Uelzener Bekannter (Name der AZ bekannt) des 43 Jahre alten Unfallverursachers.

Der Bekannte habe die Polizei zuvor auf das Risiko hingewiesen: „Es ist bekannt, dass er trinkt“, sagte der Mann im Gespräch mit der AZ über den Fahrer eines Transporters aus Hanstedt II, der in Sportvereinen und der Freiwilligen Feuerwehr aktiv sein soll.

Rückblende: Am Montagabend war ein 43-Jähriger auf der Bundesstraße 71 zwischen Groß Liedern und Hanstedt II mit einem geliehenen Peugeot-Transporter auf einen Motorroller aufgefahren. Der Fahrer des Mopeds, ein 54 Jahre alter Mann ebenfalls aus Hanstedt II, und dessen 17-jährige Tochter auf dem Beifahrer-Sitz wurden schwer verletzt. Am darauffolgenden Tag erlag die Jugendliche im Lüneburger Klinikum ihren Verletzungen.

Der 43-jährige Unfallverursacher sei laut seines Bekannten regelmäßig nach Vereinsabenden „besoffen ins Auto reingekrochen – so ein Unverbesserlicher“. Niemand habe ihn daran hindern können. Der Unfall am Montagabend sei nicht sein erster gewesen. Unzählige Beulen seines Privatautos würden das beweisen, so der Bekannte: „Ich weiß auch nicht, warum die den nie gefangen haben.“ Nun sei zu befürchten, dass sich der Fahrer, der beruflich auf einen Transporter angewiesen sei, wieder – betrunken – ans Lenkrad setzen könnte, sobald er seinen Führerschein zurückerhält.

Doch so schnell wird das nicht der Fall sein. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg ermittelt derzeit wegen fahrlässiger Tötung. Ein Sachverständiger sei beauftragt, den Unfallhergang zu ermitteln. Dass der Fahrer 1,64 Promille im Blut hatte, werde im weiteren Verlauf eine Rolle spielen, falls es zu einer Anklage komme. „Der Führerschein ist sichergestellt“, berichtet die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Angelika Klee, „wir beantragen auch den vorläufigen Entzug der Fahrerlaubnis.“

Dass der Hanstedter schon zuvor wegen Alkohol am Steuer Unfälle verursacht habe, kann die Polizei nicht bestätigen. Nach Angaben von Ralf Munstermann, Leiter des Uelzener Streifendienstes, sei dessen Name nicht polizeibekannt. „Wenn wir einen konkreten Hinweis kriegen, machen wir eine Gefährderansprache“, erklärt er. Der Betroffene werde darüber informiert, dass er mit einer Kontrolle rechnen müsse. Auch sein Kollege Andreas Dobslaw, Verkehrsexperte der Polizeiinspektion, betont, dass auch anonyme Hinweise von den Beamten verfolgt werden. „Man kann sich darauf verlassen, dass die Polizei sich des ganzen Vorgangs annehmen wird.“ Ein „Nachtreten“ sei jedoch keine geeignete Methode, „da sollte man auch an die Angehörigen denken“.

Von Diane Baatani

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