Betriebsausschuss diskutiert über Bestattungswald im Uelzener Stadtforst

Bereicherung für Friedhof

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Verschiedenste Bestattungsmöglichkeiten gibt es schon jetzt auf dem Uelzener Friedhof – möglicherweise werden als Ergänzung auch bald Beisetzungen m Stadtforst möglich.

Uelzen. Die letzte Ruhe zu finden in einem Wald, einem gewachsenen Ökosystem, das Teil der Schöpfung ist – das können sich immer mehr Menschen vorstellen.

Und so wird derzeit auch in Uelzen über Möglichkeiten diskutiert, für diese Art der Beisetzung einen Bestattungswald zu schaffen. Stadtförster Thomas Göllner gab dazu den Mitgliedern des Betriebsausschusses Stadtforst einen aktuellen Stand.

So sei die Landwirtschaftskammer seit geraumer Zeit bestrebt, neue Geschäftsfelder zu erschließen und hat sich somit auch dem Bereich Waldbestattungen gewidmet. Anfang März habe sie Kontakt zu einer Waldbesitzerin in Holdenstedt aufgenommen, so Göllner, und die wiederum habe bereits einen Vorvertrag mit der Gesellschaft „Ruheforst“ geschlossen, die dort einen Bestattungswald betreiben könnte. Allerdings: Träger eines solchen Waldes müsse laut Gesetz entweder die Kommune oder die Kirche sein und wäre somit auch für eine vorgeschriebene Bindungsfrist von 99 Jahren in der Haftung. Vor diesem Hintergrund, so Göllner, habe man überlegt: Warum sollte die Stadt einen fremden Betreiber einen Großteil der – äußerst lukrativen – Einnahmen einstreichen lassen, wenn sie im Ernstfall sowieso haftbar sei? Warum also nicht gleich selber auf eigenen Flächen einen Bestattungswald einrichten?

Man habe daraufhin im Uelzener Stadtwald zwei potenzielle Flächen vorgeschlagen, informierte der Stadtförster. „Der Betreiber wäre in diesem Fall die Landwirtschaftskammer“, sagt er. Stelle sich nur die Frage der Trägerschaft. Und weil die Stadt Uelzen weder über das erforderliche Knowhow noch über finanzielle und personelle Möglichkeiten verfüge und auch das Risiko, bei allen Unwägbarkeite, eintreten zu müssen, umgehen wolle, habe man ein Auge auf den kirchlichen Friedhofszweckverband als Träger geworfen.

„Man sollte einen Bestattungswald als Bereicherung zu den vorhandenen Friedhöfen sehen und nicht als Konkurrenz“, appellierte Thomas Göllner an ein Miteinander von Kommune und Kirche in dieser Sache, denn die Friedhofsverwaltung sei zunächst „nicht so recht zu überzeugen“ gewesen von der Idee.

Allerdings verfolgten einige Mitglieder des Uelzener Friedhofzweckverbandes aufmerksam die Sitzung des Betriebsausschusses – und machten am Rande der politischen Diskussion auch ihre eigene Position deutlich.

Von Ines Bräutigam

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