Von Woche zu Woche

Reden hilft

Will man ein Viertel voranbringen, sollte man das tunlichst nicht an den Menschen, die in ihm leben, vorbei tun. Man sollte sie mitnehmen in den Planungen, mit ihnen gemeinsam Ziele entwickeln und erreichen.

Das haben Stadt und City-Management in Uelzen längst verstanden und in unzähligen Sitzungen und Treffen alle Stimmen gehört, alle Meinungen erfragt, alle zu Wort kommen lassen. – Wirklich alle?

Spätestens beim sommerlichen Italo-Abend mit dem klingenden Namen „Bella Italia“ hat sich gezeigt, dass wohl doch nicht jeder mit im Boot sitzt: Die Gastronomen sind auf dem Baum, weil sie sich nicht an dem Fest beteiligen konnten. Mehr noch: City-Manager Joachim Lotz hat den Gastwirten des Schnellenmarktviertels „Trittbrettfahrer-Mentalität“ unterstellt, die man bei derlei organisierten Veranstaltungen nicht gebrauchen könne. Keine Frage: Soll ein Abend gediegen italienisch angehaucht sein, sind Bierbude und lautes Partypublikum nicht ganz passend. Doch was spricht dagegen, genau dies den Gastwirten ans Herz zu legen und eine Beteiligung am mediterranen Fest unter der Voraussetzung zu ermöglichen, dass auch von ihnen ausschließlich italienische Getränke und Speisen angeboten werden? Eine finanzielle Beteiligung der Gastwirte an dem Event, nein, die hätte es dann auch nicht gegeben. Aber ist es das, was bei einem solchen Abend zählt?

Wenn man in dem Bemühen, aus einem Viertel wieder einen lebenswerten Fleck Erde zu machen, an dem sich alle dort Lebenden und Arbeitenden – und wirklich alle! – mit ihrem Umfeld identifizieren sollen, Einzelne doch außen vor lässt, ist Ärger vorprogrammiert. Das Ganze auch noch über ein Verbot erreichen zu wollen, nämlich dem Untersagen von Außenbestuhlung an diesem Abend, ist obendrein ungeschickt, weil für die Gastronomen mehr als frustrierend.

Mit Verboten erreicht man in der Regel eher das Gegenteil von dem Gewünschten. Sagt eine alte Binsenweisheit. Und eine andere sagt: Reden hilft.

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