Anwohner verärgert: Viele Fahrer ignorieren gesperrte Durchfahrt in Kirchweyhe

Beliebt – aber verboten

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Das Durchfahrtsverbot auf der Kirchweyher Straße missachtet: Erst kurz vor dem Ortsausgang bemerkte die Fahrerin dieses Autos gestern ihren Fehler und setzte zurück. Jeden Tag nutzen zahllose Fahrzeuge verbotswidrig den Wirtschaftsweg.

Uelzen-Kirchweyhe. Ihren Fehler bemerkt die Autofahrerin, als es bereits zu spät ist. Soeben hat sie das Durchfahrtsverbot auf dem Wirtschaftsweg am nördlichen Ende von Kirchweyhe missachtet und ist einfach weitergefahren.

Diese Verbindung zwischen der Kirchweyher Straße – der ehemaligen Ortsdurchfahrt – und der B 4 ist seit Eröffnung der neuen Umgehungsstraße aber nur für den landwirtschaftlichen Verkehr sowie für Radler und Fußgänger freigegeben. Autos, Lastwagen oder Motorräder haben dort nichts zu suchen.

Doch das entsprechende Verkehrsschild am Anfang des Wirtschaftsweges hat die Frau offenbar übersehen. „Ich habe auf mein Navigationsgerät gehört, das hat mich hierhin geschickt“, erklärt sie zähneknirschend im AZ-Gespräch. Erst als ein Anwohner sie 50 Meter hinter dem Schild anspricht, dämmert es ihr. Sogleich setzt sie ihr Auto mit sächsischem Kennzeichen zurück, winkt entschuldigend und fährt in entgegengesetzter Richtung davon.

Tiefe Reifenspuren eines Lastwagens sind im Erdreich neben der Straße zu erkennen – offenbar nach einem Wendemanöver.

Und das ist kein Einzelfall. „Das Durchfahrtsverbot wird des Öfteren nicht beachtet, sowohl von einheimischen als auch auswärtigen Fahrern“, sagt Polizeisprecher Kai Richter. Daher kontrollieren die Beamten dort regelmäßig. Am Dienstag und Mittwoch ahndeten sie insgesamt acht Verstöße. „Auto- und Lkw-Fahrer müssen 20 Euro Verwarngeld zahlen, bei Bussen und Pkws mit Anhänger sind es 25 Euro“, weiß Richter. Er kündigt an: „Wir werden dort auch künftig kontrollieren.“

Das sei auch dringend nötig, meinen Anwohner. Sie ärgern sich über den Verkehr auf dem gesperrten Abschnitt. „Dafür haben wir doch die Umgehungsstraße, damit hier Ruhe ist“, sagt Helga Bielke, deren Garten an den Wirtschaftsweg angrenzt. Sie glaubt, dass sich die Kontrollen bei Fahrern herumgesprochen haben, die den Weg bewusst als Abkürzung nutzen: „Kaum war die Polizei weg, sind zwei Laster durchgefahren.“

Besonders schlimm sei es am Wochenende, klagt ihr Nachbar Hans Dieter Mahnke. „Dann fährt alle drei Minuten jemand vorbei. Neulich war hier eine Gruppe mit 20 bis 30 Motorrädern unterwegs“, schimpft er. Aber auch Tanklaster und Sattelschlepper hat er beobachtet. „Da muss doch was passieren.“ Bei Ortsfremden sei es wohl Unwissenheit, aber manche Kirchweyher nutzten die Verbindung als Schleichweg, vermutet er.

Anwohner Uwe Bostelmann hat beobachtet, dass immer wieder Lkws auf oder vor dem gesperrten Verbindungsweg drehen. Das beweisen tiefe Reifenspuren im Erdreich neben der Fahrbahn. „Wir waren so froh, dass die Ortsdurchfahrt endlich weg ist, doch jetzt läuft der Verkehr eben anders“, kritisiert er.

Von Bernd Schossadowski

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