Polizei hat Drogenkonsumenten im Visier / Testphase für neue Kontrolle läuft

Bekifft am Steuer

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„Die jungen Leute saufen weniger und kiffen mehr“, sagt Ralf Munstermann, Einsatzleiter des Streifendienstes der Polizei.

Uelzen/Landkreis. „Der Drogenkosum ist im Straßenverkehr spürbar vorhanden“, sagte Ralf Munstermann, Leiter des Bereichs Einsatz- und Streifendienst der Polizei Uelzen, gestern bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik 2014.

Dafür gehe der Alkoholkonsum von Verkehrsteilnehmern im Landkreis Uelzen zurück.

Von 39 Verstößen durch Alkohol oder Drogen am Steuer, die von der Polizei im vergangenen Jahr registriert wurden, hätten bei der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen 29 unter Drogen- und zehn unter Alkoholeinfluss gestanden, so Munstermann. „Die jungen Leute saufen weniger und kiffen mehr.“ Bei den 45- bis 64-Jährigen wurden dagegen 53 von 61 Verstößen aufgrund von Alkoholkonsum festgestellt.

Betrachte man alle Altersgruppen, ergebe sich bei den erfassten Delikten ein Verhältnis von 40 Prozent Drogen zu 60 Prozent Alkohol. Und: Bei den insgesamt 165 registrierten Verstößen seien nur 29 bei weiblichen Personen festgestellt worden. „Es ist nach wie vor ein männliches Problem, aber die Frauen holen auf“, erläuterte Munstermann.

Inzwischen gebe es immer bessere Verfahren, um Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz festzustellen. So würden langfristig die aufwändigen Urinproben durch Speichelproben ersetzt, deren Testphase bereits laufe, berichtet Munstermann.

Übrigens: Den „klassischen Discounfall“ gibt es seinen Worten zufolge nicht mehr, weil beispielsweise Fahrgemeinschaften gebildet würden. „Die 18- bis 24-Jährigen organisieren sich heute besser“, weiß er. Insgesamt ist die Zahl der Verkehrsunfälle im Kreis Uelzen gesunken. [...]

Von Sophie Borm

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