Eichenprozessionsspinner: SPD-Kreistagsabgeordneter stellt Anfragen an Landkreis

Bekämpfung per Erlass?

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Nester wie diese an der Landesstraße 265 zwischen Soltendieck und Bad Bodenteich beinhalten auch nach dem Schlüpfen der Raupen noch die gefährlichen Brennhaare.

Uelzen/Landkreis. An verschiedenen Stellen im Landkreis Uelzen sind sie aufgetaucht, und wo sie gesehen wurden, sorgen sie für Unruhe: Die Eichenprozessionsspinner sind, wie berichtet, auf dem Vormarsch.

Inzwischen beschäftigen diese pelzigen Nachtfalterraupen, deren sogennante Brennhaare starke allergische Reaktionen beim Menschen auslösen können – bis hin zur Atemnot – auch schon Politik und Verwaltung.

So hat der SPD-Kreistagsabgeordnete Jürgen Hinrichs jetzt eine Anfrage an Landrat Dr. Heiko Blume gestellt, die er in der nächsten Sitzung des Kreisausschusses beantwortet wissen möchte. Im Fokus des Anliegens: Welche Maßnahmen hat der Landkreis Uelzen bislang ergriffen oder plant sie noch, um der Gefährdung durch den Eichenprozessionsspinner Einhalt zu gebieten?

Die Ausbreitung der Tiere löse in der Bevölkerung zunehmende Beunruhigung aus – Hinrichs habe das auch und vor allem als Bürgermeister der Gemeinde Himbergen festgestellt. Weil verschiedene Flächen im Landkreis Uelzen betroffen sind, möchte er nun von der Kreisverwaltung wissen, ob es eine „konzertierte Aktion“ aller Betiligten gebe, von Verwaltung, Landesforsten, Landesbehörde für Straßenbau und Kommunen. Weil der Eichenprozessionsspinner nicht an der Kreisgrenze anhält, fragt der Sozialdemokrat auch nach einer Zusammenarbeit mit den ebenfalls betroffenen Nachbarkreisen, vor allem Lüchow-Dannenberg und Lüneburg.

Im Landkreis Havelland wird bereits per Erlass mit dem biologischen Insektizid Dipel ES gegen den Eichenprozessionsspinner vorgegangen – eine Bekämpfungsmethode, die derzeit von Experten als wohl wirksamste gegen die Raupen betrachtet wird. Jürgen Hinrichs interessiert, ob auch im Landkreis Uelzen an einen solchen Erlass gedacht ist. Auch die Beauftragung von Spezialfirmen, die die Tiere an sensiblen Orten wie Kindergärten und Schulen absaugen – wie bereits im Landkreis Lüneburg erfolgt – will Hinrichs für den Landkreis Uelzen abgeklärt wissen.

Die Vermehrung der Raupen findet insbesondere von Ende Mai bis Ende August statt. Die giftigen Haare der Eichenprozessionsspinner brechen leicht und können durch Luftströmungen auch über 100 Meter weit getragen werden. Im Landkreis Uelzen sind die Tiere bislang vor allem aus Oldenstadt und aus dem östlichen Landkreis gemeldet worden.

Von Ines Bräutigam

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