Beide wollen antreten

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Jürgen Krumböhmer.

Uelzen/Hannover - Von Marc Rath. „Wir treten beide zur Landratswahl an“ – mit diesem Satz fasste gestern Lüneburgs Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer sein Treffen mit dem ehemaligen Landesvorsitzenden der Grünen, Raimund Nowak, zusammen.

Der von der SPD favorisierte Krumböhmer und Nowak, den die Grünen gerne ins Rennen schicken wollen, konnten sich bei ihrem Gespräch nicht auf eine gemeinsame Linie einigen. Krumböhmer soll am 29. Januar von der SPD offiziell nominiert werden. Nowak will als parteiübergreifender Kandidat antreten und mit Hilfe eines Unterstützerkreises die dafür nötigen 150 Unterschriften sammeln.

„Es ist schon zuviel Zeit vergangen. Wir sind beide an Punkten, an denen wir nicht mehr zurück können“, fasste Krumböhmer gegenüber der AZ das 90-minütige Gespräch bei Erdnüssen und Cola in Nowaks Hannoveraner Büro zusammen. „Jetzt werden wir sehen, was dabei herauskommt“, merkte er an. Krumböhmer hatte im Oktober in ersten Äußerungen zu einer möglichen Kandidatur stets hervorgehoben, daraus ein rot-grünes Projekt machen zu wollen, da nur so ein Sieg möglich sei. Er verspüre positive Signale von der Parteibasis, betonte Krumböhmer nunmehr seine „Verpflichtung, für die SPD anzutreten“. Zugleich ging er auf Distanz zu Teilen der SPD-Spitze: „Ich muss erkennen, dass in Uelzen noch nicht die Zeit reif ist, um Menschen wieder zusammenzuführen.“

„Die SPD hat zehn Monate Zeit gehabt, um sich zu entscheiden, ob sie mit einem eigenen Kandidaten antreten will oder nicht“, merkte Nowak gestern an. Es gebe bei den Sozialdemokraten „einige, die mich sehr gerne unterstützen wollen, aber auch eine ebenso große Anzahl, die dies mit Vehemenz nicht will“.

Ein Landrat sei nicht einer Partei verpflichtet, sondern den Bürgern. „Daher strebe ich eine überparteiliche Kandidatur an, ohne meine grünen Wurzeln zu verleugnen“, kündigte Nowak an. Dieses Angebot habe er jetzt dem Kreisvorstand seiner Partei gemacht und zeigte sich erfreut über die jüngsten Signale von Unterstützern: „Das sind Leute, die aus verschiedenen politischen Richtungen kommen.“

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