Ortsbesichtigung in Holdenstedt: Anwohner in Sorge über geplante Lagerung von Eisensalz

Behälter mit viel Konfliktpotenzial

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Dietmar Kahrs, Betriebsleiter der Stadtentwässerung Uelzen, weist auf das Betonfundament hin, in das der Dosierbehälter mit Eisensalz eingesetzt werden soll. Die Station befindet sich am Rande eines Wohngebiets an der Wiesenstraße in Holdenstedt.

Uelzen-Holdenstedt. Mögliche Verunreinigungen des Grundwassers? Vergiftungsgefahr für Tiere? Sicherheitsrisiken bei Hochwasser?

Rund um das Pumpwerk, das die Stadtentwässerung Uelzen an der Wiesenstraße in Holdenstedt betreibt, machen sich bei Anwohnern und Ortsratsmitgliedern Sorgen breit. Denn auf dem Gelände soll ein 2,80 Meter hoher Kunststoffbehälter mit 10 000 Litern Volumen errichtet werden. Aus diesem wird voraussichtlich ab dem Sommer eine Lösung aus Eisen(II)-chlorid, auch Eisensalz genannt, in die Schmutzwasserkanäle eingeleitet, um auf chemischem Weg faulige Gerüche zu beseitigen. Außerdem sollen damit Korrosionsschäden durch Schwefelsäure in den Kanälen verhindert werden.

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Nase zu und durch

Die Anwohner der Celler Straße in Veerßen dürfte das freuen, denn sie klagen schon seit Jahren über Geruchsbelästigungen aus der Kanalisation (AZ berichtete, siehe Kasten links). Doch einige Holdenstedter befürchten, dass das Eisensalz negative Folgen für Mensch und Natur haben könnte. Das wurde jetzt bei einer Ortsbesichtigung von Anwohnern und Mitgliedern des Ortsrates Holdenstedt deutlich.

Das Grundstück, auf dem die Pumpstation und das Betonfundament für den geplanten Behälter stehen, befindet sich im Überschwemmungsgebiet der Hardau. „Bei Hochwasser wird das komplett überflutet“, warnte Anwohner Klaus Ripke. Er befürchtet auch, dass der Dosierbehälter aufschwemmen oder platzen könnte, wodurch das Eisensalz auslaufen würde.

Das sei so gut wie auszuschließen, antwortete Holdenstedts Ortsbrandmeister Hermann Hinrichs. Der Behälter sei doppelwandig und damit sehr stabil. Zudem versprach Dietmar Kahrs, Betriebsleiter der Stadtentwässerung, dass der Behälter in dem etwa drei mal drei Meter großen Betonfundament fest verankert werde, um ein Aufschwemmen zu verhindern.

Kritik gab es bei der Ortsbesichtigung auch am Erscheinungsbild des Eisensalz-Behälters. „Warum wird da nicht ein kleines Häuschen herumgebaut?“, wollte Ortsratsmitglied Herwig Maaß wissen. Das wäre mit zusätzlichen Kosten verbunden, erwiderte Kahrs. Eine Gefährdung des Grundwassers durch Eisensalz schloss er aus. Dieses sei nur schwach wassergefährlich. Das bezweifelte Maaß jedoch. „Ein Auslaufen in die Natur wäre eine Katastrophe“, meinte er. „Und wenn Tiere durch auslaufendes Eisensalz Verätzungen erleiden?“, warf Anwohner Klaus Ripke ein. Das hält Wilhelm Spangenberg, Vorsitzender des Betriebsausschusses Stadtentwässerung, für wenig wahrscheinlich.

Fazit der Ortsbesichtigung: Der Landkreis hat den Bau des Behälters bereits genehmigt, sagte Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Heuer. Er forderte aber: „Die Maßnahme muss so sicher sein, dass keine Gefahr für das Grundwasser und die Bevölkerung ausgehen kann.“

Von Bernd Schossadowski

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