Ganztagsbetrieb an Backmeister-Schule abgesagt: CDU/Grüne/UWG-Gruppe fordert Alternative

Befragung an Grundschulen

Die Lucas-Backmeister-Schule wird ab kommenden Sommer keinen Ganztagsbetrieb einrichten. Dennoch soll es dort eine Nachmittagsbetreuung geben. Die CDU, Grüne und UWG fordern eine Ermittlung des Betreuungsbedarfs an Grundschulen in Uelzen. Foto: Archiv

Uelzen. Die Gruppe aus CDU, Grünen und der Unabhängigen Wähler-Gemeinschaft (UWG) des Uelzener Stadtrates beantragt eine Befragung zum Betreuungsbedarf an Grundschulen.

Die drei Fraktionen empfehlen, die Stadtverwaltung damit zu beauftragen, durch Fragebögen an allen Grundschulen der Stadt den Bedarf für eine Nachmittagsbetreuung festzustellen. „Überall, wo ein Bedarf dokumentiert wird (mindestens 20 Kinder), sind zum Schuljahr 2012/13 Betreuungsgruppen in freier Trägerschaft einzurichten“, erklärt der Gruppenvorsitzende Stefan Hüdepohl.

Der Schulausschuss hat im vergangenen Juni einstimmig die Einrichtung einer Ganztagsgrundschule in der Stadt Uelzen beschlossen. Nachdem die Lucas-Backmeister-Schule ein Jahr lang an dem Konzept gearbeitet hat und sich mit der Stadt sowie Schulelternrat und Schulvorstand einig war, ein verlässliches Ganztagsangebot aufzustellen, hat die Schule den Antrag doch noch zurückgezogen. Die Idee lasse sich nicht umsetzen, solange ihre Schule die einzige in der Kernstadt ist, die einen Ganztagsbetrieb einführt, erklärt Schulleiterin Bianca Scharfenstein. Sie befürchtet einen regelrechten Ansturm von Kindern und somit extrem volle Klassen: „Eine idividuelle Förderung ist dann gar nicht mehr möglich.“ Denn wenn nur die Backmeister-Schule ein Ganztagsbetrieb wäre, müsste sich das Einzugsgebiet öffnen. Maximal 28 Schüler können eine Klasse bilden, und selbst das wäre für die Räumlichkeiten an der Taubenstraße zuviel, weiß Scharfenstein. Derzeit sei eine Klasse mit 23 Kindern die größte an ihrer Grundschule, sie musste ins Hauptschulgebäude ausgegliedert werden. „Unsere Räumlichkeiten bieten das überhaupt nicht“, sagt die Schulleiterin.

Eine Nachmittagsbetreuung möchte Scharfenstein dennoch ab dem kommenden Sommer leisten. Als Übergangslösung kann sie sich vorstellen, Tagesmütter in der Schule zu engagieren. Aber langfristig müsse es eine „strukturelle Lösung“ geben.

Die CDU/Grüne/UWG-Gruppe fordert in ihrem Antrag ebenfalls, „zumindest ein Betreuungsangebot vorzuhalten, um zumindest die Möglichkeit zu schaffen, dass die Kinder bei Bedarf auch am Nachmittag professionell betreut werden“. Hüdepohl verweist auf andere Einrichtungen wie etwa das Kinderhaus Klexx in Bad Bevensen. Bei einem Eigenanteil der Eltern von monatlich rund 200 Euro pro Kind, inklusive Nebenkosten, müsse die Stadt dauerhaft Räume zur Verfügung stellen, heißt es im Antrag. Personalkosten und ein Mittagessen wären vom Träger gegen den Eigenanteil zur Verfügung zu stellen. Wer den Anteil nicht aufbringen kann, solle vom Jugendhilfeträger Zuschüsse erhalten.

Das Klexx wird seit 2000 als eine Gemeinschaftsinitiative des Diakoniewerkes Jerusalem und engagierten Eltern aus der Samtgemeinde Bad Bevensen organisiert. Geschäftsführer Joachim Kisker erklärt auf AZ-Nachfrage, dass derzeit überlegt werde, ob das Diakoniewerk eine Betreuung dieser Art auch in Uelzen anbieten könne.

Von Diane Baatani

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