Leiter der Berufsbildenden Schulen I schlägt Alarm: Nachhaltige Sanierung für bisher geplante 14 Millionen Euro unmöglich

BBS  I braucht 35 Millionen Euro

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Die Gebäude der BBS I an der Scharnhorstraße sind in die Jahre gekommen. Allein, um eine energetische Sanierung leisten zu können, ist ein zweistelliger Millionenbetrag erforderlich.

Uelzen. Die Berufsbildenden Schulen I drücken den Alarmknopf: Die Gebäude an der Scharnhorststraße seien für 14 Millionen Euro nicht grundlegend und nachhaltig zu sanieren. Schon gar nicht seien für die veranschlagten Kosten Fördermittel zu generieren.

Man müsse über Investitionskosten von 24 Millionen Euro und mehr reden, so Schulleiter Stefan Nowatschin. Mit dem Gebäudemanagement Uelzen/Lüchow-Dannenberg sei er da überein. Packe man Inventar und Unterrichtsmittel (Maschinen, Rechner etc. ) oben drauf, komme man auf 35 Millionen. Bei einer Infoveranstaltung gestern umriss er das alles.

Nicht nur an der Infrastruktur hapere es. Die Unterrichtsquote nähere sich desaströsen Werten. Sie drohe unter 80 Prozent zu rutschen. Manche berufsbildenden Klassen seien in Zukunft nicht mehr zu besetzen. Beispielsweise Bäcker oder Fleischer. „Es wird es eine Inselbildung geben. Solche Berufe werden dann nur noch in den Ballungszentren gelehrt werden können“, menetekelte Nowatschin.

Es war eine Auflistung von Grausamkeiten, die Nowatschin präsentierte. Lehrer, die er nicht auf Planstellen setzen kann, weil er keine kriegt, ein Investitionsstau, der eigentlich nicht zu bewältigen ist.

Nach mehr als einer Stunde des Wehklagens grätschte Uelzens Erster Kreisrat Uwe Liestmann rein. In vielen Punkten sei der Landkreis als Schulträger bei Nowatschin. Allerdings habe der Landkreis auch noch zwei Gymnasien, eine BBS II und Oberschulen in seiner Trägerschaft. „Das geht alles nicht so schnell“, so Liestmann. Gleichwohl kündigte der Spitzenbeamte an, dass er beim Land beziehungsweise bei der Landesschulbehörde vorstellig werden wolle, was die Besetzung von Stellen angehe. Da würden die Berufsschulen mehr als stiefmütterlich behandelt, wie Nowatschin ausführte. Qualifizierte Referendare, die an seiner Schule zielgerichtet ausgebildet wurden, seien ihm abspenstig gemacht worden. Eben mit Planstellen an allgemeinbildenden Schulen. Stellen, die er ihnen nicht bieten konnte, vielmehr habe er mit Zeitverträgen lavieren müssen und tue das nach wie vor.

Und ganz schlimm aus Sicht Nowatschins: Allgemeinbildender Unterricht wie Deutsch, Englisch, Religion oder Politik lasse sich kaum noch geben. Gerade in diesen Fächern könne man der Radikalisierung von Jugendlichen vorbeugen. Er sei froh, wenn er im angelaufenen Schuljahr den jeweiligen Fachunterricht gestemmt bekomme.

Von Jens Schopp

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